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EU-Kommission will Tabakkonsum weiter konsequent bekämpfen

Montag, 14. Juni 2010

Brüssel – Etwa jeder dritte Raucher in der EU hat mindestens einmal in den vergangenen zwölf Monaten versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Gesundheitliche Gründe spielten dabei die ausschlaggebende Rolle. Dies ergab eine Umfrage der EU-Kommission unter knapp 30.300 Europäern.

An zweiter Stelle stehen Familie, Partner, Freunde. Bedenken über die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauches für Nichtraucher liegen der Umfrage zufolge an vierter Stelle.

Einer von fünf Rauchern gab zudem an, dass ärztlicher oder medizinischer Rat, eine Missbilligung des Rauchens durch Mitbürger sowie Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden eine Motivation seien, mit dem Rauchen aufzuhören.

Drei Viertel (77 Prozent) der Europäer sind davon überzeugt, dass alle Zigaretten gleichermaßen schädlich sind. Fast ebenso viele (75 Prozent) EU-Bürger halten Aufdrucken von Warnbildern auf Tabakwarenverpackungen für besonders effektiv, um auf die Gefahren des Nikotinkonsums aufmerksam zu machen.

Rund ein Drittel der EU-Bevölkerung ist nikotinabhängig. Im Durchschnitt konsumieren die EU-Raucher 14,4 Zigaretten pro Tag. Die höchsten Anteile an Zigarettenrauchern gibt es im südlichen Europa.

In Griechenland und der türkisch-zyprischen Gemeinschaft übersteigt der Anteil der Raucher 40 Prozent. In Finnland und Schweden ist der Zigarettenkonsum am geringsten (21 beziehungsweise 16 Prozent der Bevölkerung). In Deutschland greifen etwa 25 Prozent der Bevölkerung regelmäßig zur Zigarette.

Jährlich sterben nach Angaben der EU-Kommission 650000 Unionsbürger an den Folgen des Nikotinkonsums. Etwa die Hälfte von ihnen ist zwischen 35 und 69 Jahre alt. EU-Gesundheitskommissar John Dalli will sich daher verstärkt für ein Leben ohne Tabak einsetzen. In der zweiten Jahreshälfte 2011 will er einen Vorschlag für eine überarbeitete Richtlinie vorlegen, um den Tabakkonsum weiter einzuschränken. Dies betrifft vor allem den Arbeitsplatz und öffentliche Räume.

Die grenzüberschreitende Tabakwerbung, zum Beispiel während internationaler Sportereignisse, ist bereits seit 2003 verboten. Zu den aktuellen Initiativen zählt eine Empfehlung der EU-Kommission an die Mitgliedstaaten, Nichtraucher an frei zugänglichen Plätzen vor Tabakqualm zu schützen. © ps/aerzteblatt.de

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