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Lichtempfindliche Medikamente als Kataraktrisiko

Dienstag, 15. Juni 2010

Madison – Eine Reihe von Medikamenten, die die Empfindlichkeit der Haut für UV-Strahlen erhöhten, gehen einer Studie in den Archives of Ophthalmology (2010; doi: 10.1001/archophthalmol.2010.138) zufolge auch mit einem Kataraktrisiko einher.

Zu den Wirkstoffen, die phototoxische und photoallergische Reaktionen auf der Haut auslösen können, gehören das Antiarrhythmikum Amiodaron, die Antidepressiva Amitriptylin, Paroxetin und Sertralin, die Diuretika Hydrochlorothiazid und Furosemid, die Antibiotika Ciprofloxacin, Tetrazyklin und Sulfamethoxazol sowie das NSAID Naproxen.

Ärzte raten den Patienten während der Einnahme den Aufenthalt im Freien zu meiden oder sich durch Kleidung zu schützen oder ein Sonnenschutzmittel mit hohem Faktor zu tragen. Ein weiterer sinnvoller Ratschlag könnte das Tragen einer (guten) Sonnenbrille (mit ausreichendem UV-Filter) sein. Denn eine Katarakt könnte Teil der photosensibilisierenden Eigenschaften der Medikamente sein, wie aus einer Auswertung der Beaver Dam Studie hervorgeht.

Die Kohorte umfasst (fast) alle Einwohner über 43 Jahre der Stadt Beaver Dam in Wisconsin, die seit 1988/90 alle fünf Jahre interviewt und augenärztlich untersucht werden. Dabei zeigte sich, dass die Bewohner mit einer überdurchschnittlichen Sonnenexposition häufiger an einer Katarakt erkrankten, und dies vor allem dann, wenn ihnen eines der oben genannten photosensibilisierenden Medikamente verschrieben worden war.

Die Assoziation wurde allerdings erst signifikant, als die Forscher Alter und Geschlecht in ihren Berechnungen berücksichtigt hatten. Und das Risiko war nur auf eine der drei Formen des grauen Stars, nämlich der kortikalen Katarakt signifikant. Diese Variante wird allerdings bevorzugt durch die UV-Exposition induziert.

Da die Augenlinse und die Haut sich embryologisch aus dem gleichen Keimblatt (dem Ektoderm) entwickeln, erscheint die Assoziation auch biologisch plausibel. Da die Anzahl der Verordnungen an photosensibilisierenden Medikamente gestiegen und die kortikale Katarakt sehr verbreitet ist, kommt der Assoziation, so sie denn kausal ist, eine enorme Bedeutung für die Gesundheit in der Bevölkerung zu, schreiben die Autoren. © rme/aerzteblatt.de

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