Berlin – Das Krebsmedikament Sorafenib hat auch im zweiten Anlauf keine lebensverlängende Wirkung beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) erzielt. Sorafenib gehört zur wachsenden Gruppe der Tyrosinkinase-Inhibitoren (Prototyp: Imatinib), die Tumorzellen von äußeren Wachstumsimpulsen isolieren.
Eine Besonderheit von Sorafenib, das von der Bayer AG zusammen mit dem kalifornischen Hersteller Onyx vertrieben wird, besteht darin, dass es sowohl die vermehrte Zellteilung hemmt, als auch das Wachstum von Tumorgefäßen unterbindet. Das ließ ein breites Anwendungsspektrum erwarten. Bislang ist das Medikament jedoch nur für das seltene Leberzellkarzinom und (als Zweitlinientherapie) beim Nierenzellkarzinom zugelassen.
Eine weitere angestrebte Indikation ist das NSCLC. Dort kam es aber bereits 2008 zu einer Enttäuschung. Die „Evaluation of Sorafenib, Carboplatin and Paclitaxel Efficacy in NSCLC“ oder ESCAPE-Studie wurde gestoppt, nachdem eine Zwischenauswertung ergeben hatte, das die erhoffte lebensverlängernde Wirkung beim NSCLC nicht mehr zu erwarten war. In der Studie waren 926 Patienten mit Sorafenib oder Placebo zusätzlich zur Chemotherapie aus Carboplatin plus Paclitaxel behandelt worden.
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Die beiden Hersteller wollen das Studienprogramm trotz der enttäuschenden Ergebnisse nicht aufgeben und die Ergebnisse einer laufenden Phase-III- Studien zur Monotherapie in der Dritt- und Viertlinienbehandlung sowie zu einer Phase-II-Studie zur Zweitlinienbehandlung abwarten.
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