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Lungenkrebs: Nexavar enttäuscht erneut

Dienstag, 15. Juni 2010

Berlin – Das Krebsmedikament Sorafenib hat auch im zweiten Anlauf keine lebensverlängende Wirkung beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) erzielt. Sorafenib gehört zur wachsenden Gruppe der Tyrosinkinase-Inhibitoren (Prototyp: Imatinib), die Tumorzellen von äußeren Wachstumsimpulsen isolieren.

Eine Besonderheit von Sorafenib, das von der Bayer AG zusammen mit dem kalifornischen Hersteller Onyx vertrieben wird, besteht darin, dass es sowohl die vermehrte Zellteilung hemmt, als auch das Wachstum von Tumorgefäßen unterbindet. Das ließ ein breites Anwendungsspektrum erwarten. Bislang ist das Medikament jedoch nur für das seltene Leberzellkarzinom und (als Zweitlinientherapie) beim Nierenzellkarzinom zugelassen.

Eine weitere angestrebte Indikation ist das NSCLC. Dort kam es aber bereits 2008 zu einer Enttäuschung. Die „Evaluation of Sorafenib, Carboplatin and Paclitaxel Efficacy in NSCLC“ oder ESCAPE-Studie wurde gestoppt, nachdem eine Zwischenauswertung ergeben hatte, das die erhoffte lebensverlängernde Wirkung beim NSCLC nicht mehr zu erwarten war. In der Studie waren 926 Patienten mit Sorafenib oder Placebo zusätzlich zur Chemotherapie aus Carboplatin plus Paclitaxel behandelt worden.

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In der Untergruppe der Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom war es in der ESCAPE-Studie sogar zu einem Anstieg der Sterblichkeit gekommen. Dies hatte zur Folge, dass das Studienprotokoll der „NSCLC research Experience Utilizing Sorafenib“ oder NExUS-Studie geändert wurde.

Patienten mit Plattenepithelkarzinom wurden jetzt von der Teilnahme ausgeschlossen. Dies hat allerdings nicht verhindert, dass die NExUS-Studie ihr Ziel ebenfalls verfehlte. Wie die Hersteller jetzt mitteilen, wurde der primäre Endpunkt – die Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit – nicht erreicht. Die Studie umfasste ebenfalls etwa 900 Patienten mit NSCLC. Die Patienten hatten Placebo oder Sorafenib zusätzlich zu einer Chemotherapie aus Gemcitabin und Cisplatin erhalten.

Die beiden Hersteller wollen das Studienprogramm trotz der enttäuschenden Ergebnisse nicht aufgeben und die Ergebnisse einer laufenden Phase-III- Studien zur Monotherapie in der Dritt- und Viertlinienbehandlung sowie zu einer Phase-II-Studie zur Zweitlinienbehandlung abwarten. © rme/aerzteblatt.de

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