Köln – Der Einsatz von Antibiotika in Krankenhäuser erfolgt häufig zu früh, zu breit und zu lange. Die Folge: Antibiotika-Resistenzen breiten sich weiter aus. Davor warnen Mediziner im Vorfeld des zehnten Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin Mitte Juni in Köln. Sie mahnen Krankenhäuser deshalb an, die Leitlinien zur rationalen Verordnung von Antibiotika einzuhalten.
„Jedes Krankenhaus sollte entsprechend seiner Größe und fachlichen Ausrichtung eine Expertenkommission vor Ort haben, die den Gebrauch von Antibiotika für das gesamte Haus begleitet“, sagte Winfried Kern, Leiter der Infektiologie des Universitätsklinikums Freiburg.
Dazu bedürfe es Leitlinien, die den lokalen Gegebenheiten angepasst und die vor allem eingehalten werden. So hätten Studien gezeigt, dass die koordinierte Vergabe von Antibiotika nach fachgerechten Leitlinien den Einsatz auf Intensivstationen um bis zu 30 Prozent vermindern konnte.
„Heute setzt noch zu oft jede Abteilung einer Klinik Antibiotika individuell ein“, kritisierte Kern. So würden die Leitlinien für den Einsatz von Antibiotika auf Intensivstationen nur zu circa 30 Prozent eingehalten. Gerade in Krankenhäusern, wo viele immunschwache Patienten behandelt werden, könne aber nur der gezielte Einsatz von Antibiotika deren Nutzen auch in Zukunft garantieren.
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