Manchester – Bei Männern lässt im Alter die Produktion von Testosteron nach. Ein symptomatischer Hypogonadismus ist einer Studie im New England Journal Of Medicine (2010 (10.1056/NEJMoa0911101) zufolge jedoch selten.
Da Männer keine periodischen Blutungen haben, ist die “Menopause des Mannes” eine falsche, wenn auch publikumswirksame Bezeichnung. Der sich deshalb wohl auch die Pressemitteilung der Universität Manchester bedient, um die Ergebnisse der von der EU finanzierten European Male Ageing Study vorzustellen.
In acht europäischen Ländern (keine deutsche Beteiligung) wurden bei 3.369 älteren Männern Blutproben entnommen und ausführliche Fragen zu möglichen Auswirkungen eines Testosteron-Mangels gestellt. Denn der Laborwert allein hat noch keine klinische Bedeutung.
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Es zeigte sich ein fallender Testosteronspiegel mit drei Kernsymptomen. Alle drei betreffen die Sexualität: Es beginnt mit dem selteneren Auftreten morgendlicher Erektionen, für die Frederick Wu von der Universität Manchester einen Schwellenwert von 11 nmol/l Gesamttestosteron (280 pmol/l freies Testosteron) ermittelte. Nach einem Abfall unter 8,5 nmol/l (280 pmol/l) nimmt die Häufigkeit erektiler Dysfunktionen zu, und weniger als 8,0 nmol/l (160 pmol/l) waren mit einer verminderten Libido (Rückgang sexueller Gedanken) assoziiert.
Diese drei Kernsymptome zusammen mit Testosteronwerten unter 11 nmol/l (220 pmol/l) waren selten. In der Kohorte erfüllten nur 2,1 Prozent der Teilnehmer dieses Kriterium für einen klinischen Hypogonadismus (oder einer „männlichen Menopause“). Die Prävalenz steigt mit dem Alter: von 0,1 Prozent der 40- bis 49-Jährigen, auf 0,5 Prozent 50- bis 59-Jährigen, auf 3,2 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 5,1 Prozent der 70- bis 79-Jährigen. Eine Adipositas sowie chronische Erkrankungen begünstigen die Entwicklung.
Die Andrologen fanden dass drei weitere körperliche und drei psychische Symptome mit einem Hypogonadismus assoziiert waren, wenn auch wesentlich schwächer: Die körperlichen Zeichen waren erstens die nachlassende Fähigkeit zu kraftvollen Tätigkeiten wie Laufen oder das Heben schwerer Gegenstände, zweitens die Unfähigkeit mehr als einen Kilometer zu gehen, drittens die Unfähigkeit sich zu beugen, bücken oder hinzuknien.
Die psychischen Beschwerden waren ein Energieverlust, Traurigkeit und Abgeschlagenheit. Einen Schwellenwert konnten die Forscher aber nur für die nachlassenden körperlichen Kräfte (13 nmol/l Gesamttestosteron) angeben.
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