Lupus-Nephritis: Tod nach Stammzelltherapie
Freitag, 18. Juni 2010
Toronto – An einer Privatklinik in Thailand ist ein Patient nach der Stammzelltherapie einer Lupus-Nephritis gestorben. Die Pathologen beschreiben im Journal of the American Society of Nephrology (2010; doi: doi:10.1681/ASN.2009111156) eine bisher nicht bekannte Form der Nierenschädigung.
Der Patient starb Presseberichten zufolge an einer Infektion. Er litt an einer Lupus-Nephritis und hatte Injektionen von autologen Stammzellen in die Niere erhalten, die zuvor aus dem Knochenmark des Patienten gewonnen worden waren.
Diese Stammzelltherapie ist in der Behandlung von Nierenerkrankungen nicht etabliert, und der Patient wurde, soweit bekannt, auch nicht im Rahmen einer klinischen Studie behandelt.
Nach der Stammzelltherapie kam es zu Raumforderungen an der Injektionsstelle und zur Hämaturie. Die Ärzte vermuteten ein Urothelkarzinom, doch die pathologische Untersuchung der Niere nach Nephrektomie führte zur Diagnose von “angiomyeloproliferativen” Läsionen.
Paul Scott Thorner von der Universität Toronto, der an der Untersuchung beteiligt war, vermutet, dass die Läsionen entweder durch die Proliferation der Stammzellen entstanden oder durch die Induktion benachbarter Nierenzellen entstanden sind. Der Fall zeige, dass Berichte über Erfolge der Stammzelltherapie Ärzte keineswegs verleiten sollten, die Therapie auf eigene Initiative hin ohne vorbereitende Studien durchzuführen.
© rme/aerzteblatt.de
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