Medizin

Die zehn wichtigsten Schlaganfall-Risiken

Montag, 21. Juni 2010

Hamilton – Zehn Risikofaktoren sind für weltweit 90 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt die INTERSTROKE-Studie im Lancet (2010; 375: 10.1016/S0140-6736(10)60834-3).

Die INTERSTROKE-Studie umfasst 3.000 Schlaganfall-Patienten aus 22 Ländern (deutsche Beteiligung: Universität Essen), denen die gleiche Anzahl von Kontrollen gegenübergestellt wurde. Die Studie ist das Pendant zur INTERHEART-Studie, die vor sechs Jahren publiziert wurde (Lancet 2004; 364; 937-952) und die die gleichen Risikofaktoren für den Herzinfarkt ermittelte, wenn auch mit anderer Gewichtung.

Endpunkt beider Studien war das sogenannte populationsattributable Risiko (PAR), also jener rechnerische Anteil der Erkrankungen in der Bevölkerung, der einem Risikofaktor zuzuschreiben ist – wobei die Summe aller PAR höher als 100 Prozent ist, da einige Risikofaktoren sich gegenseitig bedingen.

Das wichtigste Schlaganfallrisiko ist mit einer PAR von 34,6 Prozent die arterielle Hypertonie (INTERHEART-Studie: 17,9 Prozent), es folgen mit 26,5 Prozent die abdominale Adipositas (20,1 Prozent) und mit 28,5 Prozent Bewegungsmangel (12,2 Prozent). Rauchen mit 18,9 Prozent (35,7 Prozent) und Ernährungsfehler mit 18,8 Prozent (13,7 Prozent) sind weitere wichtige Risikofaktoren für den Schlaganfall (und den Herzinfarkt).

Diese fünf Risikofaktoren erklären für sich genommen bereits 80 Prozent aller Schlaganfälle. Nimmt man Fette (Quotient Apolipoprotein B zu A1), Diabetes mellitus, Alkoholkonsum, Stress und Depressionen hinzu, steigt der Anteil auf 90 Prozent an.

Beide Studien (INTERSTROKE und INTERHEART) gehen auf die Initiative von Salim Yusuf von der McMaster University im kanadischen Hamilton zurück. Alle Schlaganfälle wurden durch eine Computertomographie des Gehirns gesichert.

Dies gelang auch in den Ländern mit niedrigem Einkommen. In allen Ländern waren die Risikofaktoren die gleichen, die relative Gewichtung dürfte aber je nach Reichtum und unter den einzelnen ethnischen Gruppen variieren, was Gegenstand einer zweiten Phase der Studie sein soll. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Medizin

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige