Berlin – Angesichts des wachsenden Defizits in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fordert die SPD einen „Solidarbeitrag“ von gut verdienenden Privatversicherten. Diese sollten wie Kassenpatienten in den Gesundheitsfonds einzahlen, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die GKV werde dadurch um drei bis vier Milliarden Euro entlastet.
Ab einem Bruttoeinkommen von 4162,50 Euro im Monat kann ein gesetzlich Versicherter derzeit zu einer Privatkasse wechseln. Dort ist der Beitrag oft niedriger. Durch den SPD-Vorschlag wäre der Wechsel ins private System weniger attraktiv.
Die Gesundheitsexperten von Union und FDP wollten am Mittwoch im Bundesgesundheitsministerium in Berlin erneut zusammenkommen, um über Mehrbelastungen für die gesetzlich Versicherten zu beraten. Für das kommende Jahr erwartet die Regierung in der GKV ein Defizit von bis zu elf Milliarden Euro.
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Der GKV-Spitzenverband warf der Bundesregierung unterdessen einen mangelnden Einsparwillen vor. In der aktuellen Situation, in der sich „dramatische Finanzlücken“ auftäten, müsse die Politik Nullrunden für Ärzte und Krankenhäuser beschließen, sagte Verbandschefin Doris Pfeiffer im Bayerischen Rundfunk. Es könne nicht sein, dass die Ausgaben „ins Uferlose“ stiegen und „und die Versicherten das zahlen müssen“.
Auch Lauterbach verlangte, im Gesundheitswesen müsse „viel drakonischer gespart“ wergen. So könne das geplante Sparpaket für Arzneimittel „viel stärker ausfallen“, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtensender n-tv.
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Es ist eine etwas idiotische Diskussion. Querfinanzierungen gibt es nicht. Es gibt eine diffizitäre gesetzlicher Versicherung. Der normale Steigerungssatz in der GOÄ ist nunmal 2,3 und Behandlungen umsonst sind unter Kollegen leider nicht mehr üblich. Von Querfinanzierung zu sprechen ist allerdings meiner Meinung lachhaft da die GOÄ von 1996 (!) ist. Ein Brief eines Juristen, mit 2 Hauptsätzen, kostet ungleich mehr wie ein differenzierter Facharztbrief, und vergleichbare Leistungen von Handwerkern werden mit einem vielfachen vergütet. Aber wir sind uns einig: Lauterbach ist ein Dummschwätzer.
Die Privatversicherten leisten durch die Querfinanzierung der Ärzte bereits einen enormen Zwangsbeitrag zur Finanzierung der GKV - weisen doch viele Ärzte öffentlich immer wieder darauf hin, auch Teilnehmer dieses Forums, dass sie ihre Praxiskosten nur mit GKV-Mitgliedern nicht decken könnten, sondern dass sie dazu die üppigere Honorierung durch die GOÄ benötigen. Schließlich kriege ich als Privatversicherter keine Rechnungen mit weniger als dem 2,3-fachen Hebesatz - Kollege hin oder her.
@ rcolberg Ich halte es doch für ein wenig naiv, wenn Sie die Selbstveröffentlichungen der GKV in Bezug auf die Verwaltungskosten des Systems einfach so glauben. Wo immer ein Zwangsbeitrag erhoben wird, findet ein Stück Entdemokratisierung statt: Das eingezogene Geld nimmt einen anderen Weg, als vom Versicherten gewollt und die un- und kontraproduktive Verwaltung bläht sich auf bis zum geht nicht mehr. Die Qualität sinkt und für die eigentliche Aufgabe gibt es kein Geld mehr. Das trifft im Prinzip natürlich auf alle Zwangsbeiträge zu; der Sozialstaat wird unsozial und täuscht sozial nur noch vor, kollabiert letztendlich. Warum wohl gibt es zuhauf gesetzliche Krankenkassen und Gesundheitsexperten, aber keine Ärzte mehr?
GKV-Soli- wieder ein Unsinn aus dem Mund des selbsternannten Experten
Soll ich mal ganz ketzerisch sein? Vielfach haben die Menschen, die sich nur Amalgamfüllungen leisten können /wollen, komischerweise genug Geld fuer eine Packung Kippen pro Tag. Und da sähe ich noch viel mehr Möglichkeiten, der GKV einen Solidarbeitrag zu entrichten! Denn solch unsoziales Verhalten (sich wider besseres Wissen Schaden zufügen, aber dann von der Solidargemeinschaft erwarten, dass sie für die Folgen aufkommt!)gehört eigentlich eher bestraft. Ausserdem zeigt sich doch hierbei sehr wohl die Wertigkeit, die der Mensch gewissen Dingen zubilligt (die Kippe gehört unbedingt dazu, aber bei den Zähnen nimmt man nur das, was auch erstattet wird).
Zitat von cus2002: Ich habe gerade für 1 Zahnimplantat 2000 Euro selber dazugezahlt. -------------------------------------------------------------------------------------------- Ich kann mir nur Amalgamfüllungen leisten. Wer sich ein Implatat leisten kann, kann auch 200 €/Monat als GKV-Soli zahlen.
Ich halte Ihren Vorschlag für den weitaus Besten. Genauso wie die Auflösung der 156 deutschen Krankenkassen und Gründung einer Einheitskrankenkasse mit Direktabrechnung der Ärzte. Zweifellos müssten dann die KVen aufgelöst werden. Aber die sind ehr nutzlos und sind nur ein weiteres Schwarzes Loch in der Finanzierung.
Nicht immer alle Statistiken glauben. Denn Sie wissen ja nicht wie die zusammengestellt sind. Und mit Buchführung lässt sich noch mehr tricksen. Also mal ruhig Blut. Wo wäre denn dann das Geld der Versicherten. Bei den Leistungsträgern kommt es nämlich nicht an!!
Nach dem Grundgesetz ist die Würde des Menschen unantastbar. Das Gesundheitswesen muss saniert werden. Jeder Bürger der BRD muss pflichtversichert werden und die gleiche bedarfsgerechte medizinische Versorgung erhalten ohne Klassenunterschiede und Einkommensunterschiede. Wer sich mehr kaufen will, soll dies privat finanzieren. Also PKV nur noch als Zusatzversicherung !
Glauben die Herren wirklich, beim Privat Versicherten handele es sich stets um Großverdiener? Den größten Anteil der Privat Versicherten stellen die Staatsdiener, die Beamten (aus genau diesem Grund wird die PKV nicht abgeschafft) und die allerwenigsten von ihnen freuen sich über eine Besoldungsgruppe, wie sie Staatssekretäre haben, sonder gehören zur mäßig bis wenig verdienenden "Mittelschicht", die im Zweifelsfalle noch jedes Familienmitglied gesondert versichern (sprich zahlen) müssen. Abgesehen davo unterstützen die sog. Gutverdiener die GKV (und Rentenkasse) sowie so schon über die Steuerzuschüsse. Die Probleme der GKV, in der jeder Anspruch auf alles hat, was er gerne möchte (z.B. E-Rollstuhl mit 6 kmh zu langsam, also gibts einen mit 15 kmh) müssen in ihr gelöst werden. ....
@Michael Heins: "Nach vorsichtigen Schätzungen versickert ungefähr die Hälfte des Geldes der zwangsweise in der GKV Menschen in der Bürokratie der Krankenkassen."
Woher wissen Sie denn das? Sind das eigene Schätzungen?
"Der VdAK (Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V.) summierte die Gesamtausgaben aller GKV im Jahre 2007 auf 153,6 Mrd. Euro, wovon 8,1 Mrd. Euro - also ein Anteil von 5,3 Prozent - auf die Verwaltungskosten entfallen." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Krankenversicherung#Ausgaben)
"Ausgabenstruktur in der PKV 2007
Arztpraxen einschl. Zahnarztpraxen 31,3 Prozent Krankenhäuser 28,4 Prozent Verwaltung einschl. Marketing 14,9 Prozent" (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Private_Krankenversicherung#Ausgabenstruktur_in_der_PKV_2007)
Solidarbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung
Ein erster solidarischer und demokratischer Ansatz im Gesundheitswesen von Herrn Lauterbach.
Ich freue mich wenn dieser Vorschlag privat Versicherte zurück zur Gesetzlichen bewegt. Prima, dann hat auch die gesetzliche Versicherung außer Harzt IV Empfängern, mittelmäßig verdienenden, chronisch kranken, ein EURO Jobbern und kinderreichen Familien wieder zahlungskräftige Mitglieder um das nach oben steigende Defizit zu decken.
Willkommen in der gesetzlichen Krankenversicherung, das wäre auch ein solidarischer Lösungsansatz einmal wieder gesunde Gutverdiener in der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen.
Apropo Zahnimplantat, schauen Sie mal im Leistungskatalog der Gesetzlichen ob es dies dort überhaupt gibt. Hier wird ein Zahn vollkommen überkront wenn eigentlich ein Inlay die beste Lösung wäre!
Ich habe gerade für 1 Zahnimplantat 2000 Euro selber dazugezahlt (Implantat + Sinuslift + Krone Zahn 7) . Beitrag pro Monat 500 Euro. Mehr geht nicht. Dann geh ich wieder in die AOK.
von den Privaten Krankenkassen nicht sehr gross ausgefallen, oder vielleicht hat sich Herr Lauterbach einen Aufsichtratsposten ( einer von vielen) erträumt. Mir fehlt an diesem Vorschlag jedliche Logik und ledlicher Sinn. Eigentlich kommentiert sich der Vorschlag von selbst. Der geneigte Leser kann ja meinen Denkansatz noch weiter führen.
Mal wieder marxistisches Dummsprech vom SPD-"Gesundheitsexperten" Lauterbach. Je mehr Geld in der Bürokratie der GKV versenkt wird, desto dringender die Bestrebungen, sich Geld von den Menschen anzueignen, die anderswo versichert sind. Schlimm genug, dass die gesetzlich Zwangsbelasteten ca. 150+ gesetzliche Krankenkassen unterhalten müssen, die alle mehr oder weniger dasselbe Produkt anbieten. Nach vorsichtigen Schätzungen versickert ungefähr die Hälfte des Geldes der zwangsweise in der GKV Menschen in der Bürokratie der Krankenkassen. Die sinnvollste Maßnahme hier bestünde wohl in der Auflösung der gesetzlichen Krankenkassen und der Schaffung einer einzigen "Deutschen Gesetzlichen Krankenkasse". Damit stünde das freiwerdende Geld für die Patientenversorgung zur Verfügung. Aber das möchte Herr Lauterbach natürlich nicht, dienen gut bezahlte Vorstandsposten doch als Rückzugsort für etliche Parteifreunde...
Wieder ein gute Idee von "Karlchen"! Dürfen im Gegenzug die "Privaten" auch hoffen, daß die Solidargemeinschaft ihnen im Notfall (z.B. Insolvenz)ebenso hilft?Oder müssen diese weiterhin ihr ganzes Risiko allein tragen?
Es wird interessant sein zu beobachten, wie er sich als Gesundheitsminister in NRW macht. Die Denkweise ist jedenfalls bereits bekannt.
Leserkommentare
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