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US-Gesundheits­system: Teuer und ineffizient

Mittwoch, 23. Juni 2010

New York – Obwohl das Gesundheitswesen in den USA fast doppelt so teuer ist wie in den meisten anderen Industrieländern, bildete es in einem Vergleich des Commenwealth Funds das Schlusslicht unter sieben Ländern. Deutschland belegte Platz vier.

Der Commenwealth Fund wurde 1918 von der Frau eines Erdölmagnaten gegründet. Er ist heute einer der größten philanthropischen Stiftungen des Landes. Bereits zum vierten Mal hat der Commenwealth Fund eine vergleichende Untersuchung zur Qualität des Gesundheitswesens in den Industrieländern in Auftrag gegeben, und zum vierten Mal schneidet die USA denkbar schlecht ab.

Pro Kopf der Bevölkerung gab das Land 2007 insgesamt 7.290 US-Dollar für die Gesundheitsversorgung aus, deutlich mehr als in den anderen sechs Vergleichsländern Australien (3.357 US-Dollar), Kanada (3.895 US-Dollar), Deutschland (3.588 US-Dollar), den Niederlanden (3.837 US-Dollar), Neuseeland (2.454 US-Dollar) und Großbritannien (2.992 US-Dollar).

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Doch für die investierten US-Dollar erhalten die USA-Amerikaner die geringste Gegenleistung, wobei sich der Report auf die gesamte Bevölkerung bezieht und nicht nur auf Menschen mit einem ausreichenden Versicherungsschutz. Der Report stellt deshalb nicht infrage, dass in den USA jeder Mensch die gewünschte medizinische Dienstleistung zeitnah erhalten kann, sofern er genügend Geld hat.

Auf die Gesamtbevölkerung bezogen lässt die Qualität der Gesundheitsversorgung indes zu wünschen übrig. Die USA sind Schlusslicht in der Sicherheit der Krankenversorgung (Safe Care) und zweitletzte bei der koordinierten Versorgung (Coordinated Care): Patienten müssen häufiger als in anderen Ländern damit rechnen, dass ihnen die falschen Medikamente in der falschen Dosierung verschrieben werden, schreiben die Autoren.

Auch in der Effizienz belegen die USA den letzten Rang: 19 Prozent der US-Erwachsenen haben nach eigenen Angaben schon einmal die Notfallaufnahme einer Klinik aufgesucht, weil sie keinen niedergelassenen Arzt gefunden hätten, der sich ihres Problems annimmt. In Deutschland und in den Niederlanden hätten nur 6 Prozent diese Erfahrung gemacht.

Der Zugang zur Krankenversorgung ist vielen US-Amerikanern aufgrund der hohen Kosten verstellt. So berichteten nicht weniger als 54 Prozent der Erwachsenen mit chronischer Erkrankung, dass sie sich mindestens einmal einen notwendigen Test, eine Behandlung oder eine Nachbetreuung nicht leisten konnten. In den Niederlanden beklagten sich nur 7 Prozent der chronisch Kranken darüber.

Mit 45 Prozent hat fast jeder zweite US-Amerikaner der unteren Einkommensschichten im letzten Jahr (der Beobachtung) die Erfahrung gemacht, dass eine notwendige Behandlung zu teuer für sie war. In den Niederlanden waren es nur 4 Prozent.

Die USA nimmt auch in der Säuglingssterblichkeit und bei den vermeidbaren Todesfällen vor dem 75. Lebensjahr den letzten Platz ein. Bei der Lebenserwartung der über 60-Jährigen sind sie Zweitletzte.

Die beste Gesundheitsversorgung haben laut dem Report die Niederländer. Nach Großbritannien und Australien belegt Deutschland Rang 4. Negativ wirkten sich Defizite in Coordinated Care (Platz 7) und Effective Care (Platz 6) auf die Bewertung aus. Das beste Ergebnis (Platz 2) gab es bei den Wartelisten (Timeliness of Care), die offenbar kürzer sind als in anderen Ländern. © rme/aerzteblatt.de

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polmu
am Montag, 28. Juni 2010, 22:08

Da wundert es einen doch,

dass die USA wirtschaftlich, finanziell, kulturell etc etc so "super" funktionieren.

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