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| dpa |
Erbittert hatten sich seit den 90er Jahren zwei Rivalen einen Wettlauf um die Entschlüsselung des Erbgutes geliefert: das aus staatlichen Mitteln finanzierte internationale Humangenomprojekt (HGP) und die Privatfirma Celera Genommen unter der Führung des US-Biochemikers Craig Venter.
Am Ende wurden beide praktisch zeitgleich fertig und konnten im Juni 2000 einen ersten Rohentwurf der Abfolge der Basenpaare im menschlichen Genom vorstellen. In den darauffolgenden Jahren wurde er dann weiter verfeinert.
Dutzende Milliarden wurden seither in die Genforschung gesteckt. Doch noch ist das erhoffte goldene Zeitalter der Medizin nicht angebrochen. Die Kenntnis des Genoms habe „noch keine direkte Wirkung auf die medizinische Behandlungen für den Großteil der Menschen“ entfaltet, räumte Francis Collins, Leiter des staatlichen US-Gesundheitsinstituts NIH, jüngst in der Fachzeitschrift "Nature" ein. „Die medizinischen Anwendungen bleiben bis heute bescheiden, auch wenn es mehrere große Fortschritte gab.“
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Immerhin hat die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts schon geholfen, einen genaueren Blick auf die Vergangenheit des Menschen zu werfen. Forscher haben inzwischen weltweit das Erbgut tausender Menschen aus unterschiedlichsten Gegenden der Welt untersucht.
Wissenschaftler fanden dabei unter anderem heraus, dass die genetische Vielfalt in Afrika höher ist als auf jedem anderen Kontinent. Sie konnten den Ursprung des modernen Menschen in einer Region zwischen Südafrika und Namibia bestätigen. Und ein Gen-Vergleich zeigte, dass frühe moderne Menschen sich mit dem Neandertaler vermischt haben.
Große Fortschritte in Biologie wie auch Medizin werden nun durch die gesunkenen Kosten der kompletten Erbgutanalyse erwartet. Das Humangenomprojekt kostete noch drei Milliarden Dollar (heute 2,4 Milliarden Euro). Inzwischen bieten Unternehmen die Entschlüsselung bereits für 5.000 bis 6.000 Dollar pro Mensch an – sie brauchen dafür auch nicht mehr Jahre, sondern nur noch einen Tag.
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