Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs
  • Preise
5.506 News Politik

Politik

Widmann-Mauz will mehr Unterstützung für pflegende Anghörige

Donnerstag, 24. Juni 2010

Berlin – „Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird es künftig nicht nur um die Betreuung von Kleinkindern, sondern auch um die Betreuung von pflege­be­dürftigen Familien­ange­hörigen gehen“, sagte die parlament­arische Staats­sekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) heute auf der spectrum K-Tagung „Pflege ist Zukunft“ in Berlin. Bis dies in der Gesellschaft anerkannt sei, werde jedoch noch viel Zeit vergehen.
Anzeige

Wichtig sei es, die Bereitschaft der Familie zu stärken, Pflege von Angehörigen ganz oder mit Unterstützung zu übernehmen. „Da muss man vorurteilsfrei über neue Modelle diskutieren, zum Beispiel über die Pflegezeit. Wenn wir nicht kreativ daran gehen, werden wir die Herausforderung nicht bewältigen können“, sagte Widmann-Mauz.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte im März ihre Pläne für eine Pflegezeit vorgestellt, mit der Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf die Hälfte reduzieren können, dabei aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen. Zum Ausgleich sollen sie später wieder voll arbeiten und dafür weiterhin nur drei Viertel ihres Gehalts erhalten. Im Herbst will Schröder dazu einen Gesetzentwurf vorlegen. 

Laut Widmann-Mauz gibt es derzeit einen erheblichen Bedarf an Pflegefachkräften in Deutschland. Zwischen 1999 und 2007 sei die Zahl der Beschäftigten in ambulanten Pflegediensten um 55.000 (28 Prozent) und in Pflegeheimen um 133.000 (30 Prozent) gestiegen. „Tendenz weiter steigend“, so die CDU-Politikerin. Um die Pflegeberufe attraktiver zu gestalten, sei beispielsweise der Mindestlohn eine wichtige Voraussetzung.

Es sei zudem erforderlich, die Vernetzung zwischen stationärer und ambulanter Pflege zu verbessern. Dies setze jedoch eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten auf Augenhöhe voraus. „Die Integrierte Versorgung bietet hier große Chancen, die noch nicht genutzt wurden.“

Wir müssen die Versorgungsbruchstellen, die es derzeit noch gibt, offensiv angehen. Die Vernetzung muss in der Praxis durch eine institutionsübergreifende Zusammenarbeit vollzogen werden, zum Beispiel durch eine gemeinsame Überarbeitung der Überleitungsbögen“, forderte Widmann-Mauz.

Die parlamentarische Staatssekretärin bekräftigte den im Koalitionsvertrag dargelegten Willen der Bundesregierung, die Pflegeversicherung auf eine Kapitaldeckung umzustellen. „Die finanzielle Situation dafür ist günstig, die Pflegeversicherung hat im vergangenen Jahr eine Milliarde Euro Überschuss erzielt. Wir können aber nicht davon ausgehen, dass sich das in den nächsten Jahren wiederholt. Wir müssen also die Zeit nutzen, um weitere Reformschritte wie die Kapitaldeckung solide vorzubereiten“, so Widmann-Mauz.fos © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

  • Drucken
  • Kommentieren
  • Teilen
  • Versenden
  •  
    Merken

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste