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Medizin

Nebennierenwirkstoff könnte Jet-lag mildern

Donnerstag, 24. Juni 2010

Göttingen – Eine Behandlung mit Metyrapon kann bei Mäusen die Anpassung an einen verschobenen Tag-/Nachtrhythmus beschleunigen. Dies geht aus einer Untersuchung an Mäusen im Journal of Clinical Investigation (2010: doi:10.1172/JCI41192) hervor. Ob die Therapie auch beim Menschen wirksam und sicher ist, muss noch untersucht werden.

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Metyrapon hemmt in der Nebennierenrinde die Synthese von Kortikosteroiden. Es wird zur Diagnose einer Nebennierenrindeninsuffizienz und gelegentlich auch zur Behandlung des Cushing-Syndroms eingesetzt. Dass es auch beim Jet-Lag wirksam sein könnte, ist eine kleine Sensation.

Denn der zentrale Taktgeber des Tag-/Nachtrhythmus wird fern der Nebenniere im Nucleus suprachiasmaticus (SCN) im Hypothalamus vermutet. Doch der Mensch verfügt nicht nur über eine einzige Innere Uhr, sondern über ein ganzes Räderwerk, dessen einzelne Komponenten sich gegenseitig beeinflussen.

Die Gruppe um Gregor Eichele vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen haben die Reaktionen der unterschiedlichen Inneren Uhren auf die Zeitverschiebung einzeln untersucht. Die erste überraschende Entdeckung bestand darin, dass sich die einzelnen Inneren Uhren unterschiedlich schnell an veränderte äußere Einflüsse anpassen. Diese Diskrepanzen, so vermutet der Forscher, könnten Teil des Jet-Lags sein, zu dem es bei Reisen über mehrere Zeitzonen kommt.

Die zweite Überraschung bestand darin, dass nicht der SCN im Hypothalamus, sondern die Innere Uhr der Nebenniere bei der Anpassung an einen neuen Tag-/Nachtrhythmus eine Schlüsselrolle spielt. Schalteten die Wissenschaftler bei Mäusen die Nebennieren-Uhr ab, passten sich die Nager in ihrem Verhalten schneller an die neue Zeit an.

Die Innere Uhr in der Nebenniere lässt sich, im Gegensatz zum SCN durch Lichtveränderungen nicht so schnell aus dem Takt bringen, stellte Eichele fest. Das sei physiologisch durchaus sinnvoll. Denn sonst könnten sporadische Lichtveränderungen – ein schwarzer Gewitterhimmel oder ein dunkler Kinosaal – die zirkardiane Rhythmik schnell aus dem Gleichgewicht bringen.

Die Innere Uhr in der Nebenniere ist für die tageszeitlichen Schwankungen in der Produktion von Kortikosteronen verantwortlich. Eine Möglichkeit der Intervention ist hier die Gabe von Metyrapon. Wurde der Wirkstoff zum richtigen Zeitpunkt gegeben, verschob sich der Kortikosteron-Rhythmus – und auch der Schlaf-/Wachrhythmus.

Anders als bei dem sogenannten Schlafhormon Melatonin, das müde macht und deshalb besser bei Ost- als bei Westflügen geeignet ist, konnte die innere Uhr mit Metyrapon in beide Richtungen verstellt werden.

Ob eine Einnahme auch beim Menschen wirksam und vor allem frei von Nebenwirkungen ist, müssten erst klinische Studien zeigen, warnt der Forscher. Vor einer eigenmächtigen Anwendung wird deshalb abgeraten. © rme/aerzteblatt.de

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polmu
am Donnerstag, 24. Juni 2010, 22:19

Vielleicht sollte man einaml

einen Patienten mit M. Addison fragen, was da dran ist!
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