Philadelphia/Los Angeles – US-Forscher haben einen neuen Radiotracer für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gefunden, der eine Alzheimer-Demenz erkennen kann. Eine andere Gruppe arbeitet an einer Augendiagnose von Demenzerkrankungen.
Lange Zeit war eine exakte Diagnose des Morbus Alzheimer erst post mortem durch den Pathologen möglich. Dabei zeigt sich dann immer wieder, dass selbst versierte Kliniker die Erkrankung nicht von anderen Demenzformen unterscheiden können. Seit einiger Zeit gibt es mit „BIB“ einen Tracer für die PET: BIB markiert dabei die Beta-Amyloid-Moleküle, deren Ablagerung in den Hirnzellen die Alzheimer-Demenz auslöst.
Doch der Tracer BIB hat eine Halbwertzeit von nur 20 Minuten, was die Anwendung für die meisten Kliniken nicht praktikabel macht. Die Gruppe um Daniel Skovronsky von der Universität Philadelphia hat jetzt einen langlebigeren Tracer entwickelt: Florbetapir F18 hat eine Halbwertzeit von 110 Minuten.
Er bindet wie PIB am Beta-Amyloid und konnte in einer allerdings kleinen ersten Studie im Journal of Nuclear Medicine (2010; 51: 913-920) sicher zwischen der Alzheimer-Demenz und gesunden Menschen unterscheiden. Die Untersuchung dauert allerdings 90 Minuten: Während dieser Zeit kommt es zu einer allmählichen Anreicherung im Precuneus sowie im Frontal- und Temporallappen, die zur Diagnose führt.
Skovronsky hat bereits eine eigene Firma (Avid Radiopharmaceuticals) gegründet, die sich um eine Zulassung bemüht. Interessant wäre der Test allerdings erst, wenn es gelänge, die Erkrankung im Frühstadien zu erkennen und auch dann käme die PET-Diagnostik aus Kostengründen wohl vorerst nur in klinischen Studien zum Einsatz.
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Bei gentechnischen Mäusen, einem Modell der Erkrankung, konnten sie auch von außen mit einem Mikroskop beobachtet werden. Dazu wurde den Mäusen zuvor der Farbstoff Curcumin intravenös injiziert. Er gelangt über den Blutkreislauf in die Retina und lagert sich in den Läsionen ab.
Die Untersuchung ist nicht invasiv und bei den Mäusen bestand eine gute Korrelation mit den Hirnveränderungen, wie die Forscher in NeuroImage (2010; doi:10.1016/j.neuroimage.2010.06.020) berichten. Da Curcumin in der Lebensmittelindustrie als Farbstoff breit eingesetzt wird, dürfte der Test rasch die toxikologischen Studien bestehen.
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