Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs
  • Preise
6.550 News Medizin

Medizin

Alzheimer: Frühdiagnose durch neuen Radiotracer und Augenuntersuchung

Freitag, 25. Juni 2010

Philadelphia/Los Angeles – US-Forscher haben einen neuen Radiotracer für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gefunden, der eine Alzheimer-Demenz erkennen kann. Eine andere Gruppe arbeitet an einer Augendiagnose von Demenzerkrankungen.

Anzeige

Lange Zeit war eine exakte Diagnose des Morbus Alzheimer erst post mortem durch den Pathologen möglich. Dabei zeigt sich dann immer wieder, dass selbst versierte Kliniker die Erkrankung nicht von anderen Demenzformen unterscheiden können. Seit einiger Zeit gibt es mit „BIB“ einen Tracer für die PET: BIB markiert dabei die Beta-Amyloid-Moleküle, deren Ablagerung in den Hirnzellen die Alzheimer-Demenz auslöst.

Doch der Tracer BIB hat eine Halbwertzeit von nur 20 Minuten, was die Anwendung für die meisten Kliniken nicht praktikabel macht. Die Gruppe um Daniel Skovronsky von der Universität Philadelphia hat jetzt einen langlebigeren Tracer entwickelt: Florbetapir F18 hat eine Halbwertzeit von 110 Minuten.

Er bindet wie PIB am Beta-Amyloid und konnte in einer allerdings kleinen ersten Studie im Journal of Nuclear Medicine (2010; 51: 913-920) sicher zwischen der Alzheimer-Demenz und gesunden Menschen unterscheiden. Die Untersuchung dauert allerdings 90 Minuten: Während dieser Zeit kommt es zu einer allmählichen Anreicherung im Precuneus sowie im Frontal- und Temporallappen, die zur Diagnose führt.

Skovronsky hat bereits eine eigene Firma (Avid Radiopharmaceuticals) gegründet, die sich um eine Zulassung bemüht. Interessant wäre der Test allerdings erst, wenn es gelänge, die Erkrankung im Frühstadien zu erkennen und auch dann käme die PET-Diagnostik aus Kostengründen wohl vorerst nur in klinischen Studien zum Einsatz.

Amyloid-Ablagerungen gibt es beim Morbus Alzheimer nicht nur im Gehirn, sondern auch in der Retina des Auges, wie Maya Koronyo-Hamaou vom Maxine Dunitz Neurosurgical Institute in Los Angeles und Mitarbeiter herausgefunden haben. Die Ablagerungen waren post mortem bei Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Alzheimer, in einigen Fällen aber auch bei Menschen im Frühstadium der Erkrankung nachweisbar.

Bei gentechnischen Mäusen, einem Modell der Erkrankung, konnten sie auch von außen mit einem Mikroskop beobachtet werden. Dazu wurde den Mäusen zuvor der Farbstoff Curcumin intravenös injiziert. Er gelangt über den Blutkreislauf in die Retina und lagert sich in den Läsionen ab.

Die Untersuchung ist nicht invasiv und bei den Mäusen bestand eine gute Korrelation mit den Hirnveränderungen, wie die Forscher in NeuroImage (2010; doi:10.1016/j.neuroimage.2010.06.020) berichten. Da Curcumin in der Lebensmittelindustrie als Farbstoff breit eingesetzt wird, dürfte der Test rasch die toxikologischen Studien bestehen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

  • Drucken
  • Kommentieren
  • Teilen
  • Versenden
  •  
    Merken

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste