Berlin – Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hat eine Studie vorgelegt, derzufolge eine Gesundheitsprämie den Bund um 4,5 Milliarden Euro pro Jahr entlastet. Zudem sorge die Prämie, von ihren politischen Gegnern auch Kopfpauschale genannt, für Preistransparenz und eine kostenbewusste Nachfrage, erklärte der Direktor des IW, Michael Hüther, heute vor Journalisten in Berlin.
Auf der Datenbasis des Statistischen Bundesamts habe das IW ein Mikrosimulationsmodell entworfen, das von einem vollständigen Wechsel des Systems hin zur Gesundheitsprämie ausgeht.
Demnach wird der bisherige Arbeitgeberanteil von sieben Prozent des beitragspflichten Entgelts mit dem Bruttoentgelt an den Versicherten ausgeschüttet. Jeder erwachsene Versicherte ab 20 Jahren würde dann eine Prämie von 250 Euro bezahlen. „Das würde die Ausgaben für Kassenleistungen des vergangenen Jahres decken“, so Hüther.
Ein Sozialausgleich soll ab einer Einkommensbelastung von 16,5 Prozent des weiter gefassten Einkommens greifen. Dazu würden auch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung zählen sowie Vermögen oder das Einkommens der unterhaltspflichtigen Ehepartner. Bei etwa 38 Prozent aller Haushalte müsste ein solcher Sozialausgleich aus Steuergeldern stattfinden – insgesamt 26,6 Milliarden Euro.
In dem Modell erhöht sich für diejenigen, die mit einer Prämie von 250 Euro weniger bezahlen als heute, das zu versteuernde Einkommen. Auf diese Weise würde der Staat laut IW 15,4 Milliarden Euro Mehreinnahmen verbuchen.
Wenn man diesen Betrag von den zu erwartenden Mehreinnahmen abziehe, so Hüther, erhalte man 11,2 Milliarden Euro, also 4,5 Milliarden Euro weniger als die 15,7 Milliarden, die der Bund in diesem Jahr an den Gesundheitsfonds zahlt.
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