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Medizin

Risiko von Psychopharmaka bei Kindern und Schwangeren unterschätzt

Montag, 28. Juni 2010

Kopenhagen – Psychotrope Substanzen, die während der Schwangerschaft eingenommen werden, verringern die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen.

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Aber auch die unerwünschten Wirkungen verschiedene Substanzen bei Kindern sind gravierend. Das berichten Wissenschaftler der Universität Kopenhagen unter Leitung von Lise Aagaard und Ebbe Holme Hansen. Sie publizierten ihre Ergebnisse in dem Journal BioMed Central Research Notes (doi:10.1136/bmj.2.5705.101).

Zwischen 1998 und 2007 erhoben die Pharmakologen aus Kopenhagen Daten über dänische Kinder zwischen der Geburt und dem Alter von 17 Jahren. Dabei untersuchten die Forscher Berichte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Medikamenten, die Ärzte Kindern beziehungsweise Schwangeren verordnen.

In den mehr als 4.500 Berichten ließen sich 42 Prozent der Nebeneffekte auf Psychostimulanzien, 31 Prozent auf Antidepressiva und 24 Prozent auf Antipsychotika zurückführen. Hier fanden sie über 400 verschiedene Symptome oder Folgeerkrankungen, darunter auch schwerwiegende Entzugssyndrome.

Laut Aagaard werde in der Öffentlichkeit zu wenig über schädliche Effekte von psychotropen Medikamenten während der Schwangerschaft oder der Kindheit aufmerksam gemacht.

Zwar wisse man über Alkohol und Nikotin gut Bescheid, jedoch existierten zu wenig Studien über die unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Psychopharmaka bei Kindern und Schwangeren. So hält sie ihre Ergebnisse wegweisend für einen vorsichtigeren Gebrauch dieser Substanzen. © hil/aerzteblatt.de

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Wneu
am Mittwoch, 30. Juni 2010, 21:00

Mehr Seriosität gefordert

Es mag zwar für einen Arzt manchmal recht bequem sein, einfach Psychopharmaka zu verschreiben, aber der Grundsatz "primum non nocere" scheint besonders hier wesentlich zu sein. Ein Arzt hat doch Verantwortung für seine Patienten.
Ich finde es gut, dass das Ärzteblatt dieses Thema aufgreift und die Weiterbildung bezüglich dessen nicht völlig den Pharmafirmen überlässt. ;-)
promisit
am Dienstag, 29. Juni 2010, 08:48

Welche Chance bleibt den Kindern ?

Mehr als die Hälfte der Kinder schwere Nebenwirkungen, fast 20 % psychotrope Nebenwirkungen, 2 Todesfälle. Eine mehr als deutliche Warnung, daß Fehlstrukturen der Gesellschaft sich nicht mit Antidepressiva + Psychostimulanzien erledigen !!! Unverständlich, wie Eltern, Ärzte und Pharma hier die Augen verschließen. Auch wird den Kindern so die Chance genommen, im Leben und dieser Gesellschaft später zu bestehen ! Pädiatrische Medikation mit Psychopharmaka ist leider auch in der BRD eine sich ausbreitende Unsitte !
adonis
am Dienstag, 29. Juni 2010, 07:39

Meine subjektive Meinung

Ich sehe mich in meiner subjektiven Meinung nun objektiv gestärkt. Gerade bei Schwangeren wird auf evt Kontraindikationen in der Schwangerschaft geachtet. Subjektiv hat sich aber zu mindest in Schweden es sich etabliert, eine Medikation mit Psychopharmaka in der Schwangerschaft, speziell von Depressionen nicht zu hinterfragen. Da hat man oft den Eindruck es handelt sich um Smarties.
Ich denke es ist ein interessanter Artikel, der wieder den einen oder anderen zum Nachdenken inspiriert. Mich hat er jedenfalls dazu gebracht.
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