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Medizin

Vitamin D beeinflusst die geistige Aktivität

Dienstag, 29. Juni 2010

Boston – Ein niedriger Vitamin D Spiegel hat einen negativen Einfluss auf die kognitive Flexibilität. Diesen Zusammenhang entdeckten Wissenschaftler um Katherine Tucker von der Tufts-Universität in Boston. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journals of Gerontology (doi:10.1093/gerona/glp032).

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Kognitive Funktion lässt sich laut der Arbeitsgruppe zum Beispiel an dem Niveau messen, bis zu dem das Gehirn im Stande ist, verfügbare Informationen für Tätigkeiten des täglichen Lebens zu verwenden. Bei der Alzheimerkrankheit, die ungefähr 47 Prozent der Erwachsenen ab dem 85. Lebensjahr betrifft, ist diese kognitive Funktion stark beeinträchtigt.

Die Wissenschaftler entdeckten nun metabolische Wege des Vitamin D im Hippocampus und in den Kleinhirn-Gebieten, die an der Planung, der Verarbeitung, und dem Formen neuer Erinnerungen beteiligt sind. Diese Entdeckungen weisen darauf hin, dass Vitamin D an kognitiven Prozessen beteiligt ist.

Die Studie bezog mehr als 1.000 Teilnehmer ein, die häusliche Pflege erhalten. Die Forscher bewerteten Zusammenhänge zwischen Blutkonzentrationen des Vitamin D und neuropsychologischen Tests. Ältere Personen, die zu Hause versorgt werden, haben eine höhere Gefahr an einem Vitamin D Mangel zu leiden, weil sie Sonnenlicht seltener ausgesetzt sind.

Die Wissenschaftler teilten die Studienteilnehmer im Alter von 65 bis 99 Jahren in drei verschiedene Gruppen, je nach ihrer individuellen Vitamin D Konzentration, ein. Sie kategorisierten die Vitamin-D-Konzentrationen entweder als ungenügend, unzulänglich, oder ausreichend.

Nur 35 Prozent der Studienteilnehmer hatten ausreichend hohe Blutkonzentrationen des Vitamin D (>50nmol/L). Sie zeigten bessere kognitive Leistungen in kognitiven Tests als diejenigen in den unzulänglichen und ungenügenden Kategorien.

Die Unterschiede zeigten sich besonders deutlich im Bereich der kognitiven Flexibilität und bei flexiblen Denkprozessen. Die Zusammenhänge blieben auch nach dem Anpassen weiterer Variablen, die sich auf die kognitiven Leistungen auswirken könnten, bestehen. © rme/aerzteblatt.de

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Puck FL
am Donnerstag, 1. Juli 2010, 21:30

Bitte genau lesen!

Die von nachtigallfan angemerkte Kritik ist meiner Meinung nach in weiten Teilen unberechtigt. Schon beim genauen Lesen des obigen Artikels fallen mir zwei Sätze ins Auge, die besagte Kritik entkräften:

1. "Die Studie bezog mehr als 1.000 Teilnehmer ein, die häusliche Pflege erhalten."

Es handelt sich also um ein pflegebedürftiges Kollektiv, d. h. Menschen, die Spaziergänge machen, sich im viel im Freien aufhalten und sich selbst mit Nahrung versorgen, gehören wohl weitgehend nicht dazu.

2. "Die Zusammenhänge blieben auch nach dem Anpassen weiterer Variablen, die sich auf die kognitiven Leistungen auswirken könnten, bestehen."

Hieraus lässt sich schließen, dass weitere Einflussfaktoren auf die kognitive Leistung gemessen und entweder als Störfaktoren ausgeschlossen oder im Ergebnis berücksichtigt wurden.
Mich hat nun interessiert, um welche Faktoren es sich hier handelt, und ich bin im Abstract der Originalarbeit fündig geworden:

"After adjusting for age, sex, race, body mass index, education, center, kidney function, seasonality, physical activity, and alcohol use, 25(OH)D was associated with better performance on trails A (&#946; = –0.49, p < .03), trails B (&#946; = –0.73, p < .02), digit symbol (&#946; = 0.19, p < .001), matrix reasoning (&#946; = 0.04, p < .02), and block design (&#946; = 0.07, p < .04) tests. Associations remained after adjustment for homocysteine, apoE4 allele, plasma B vitamins, and multivitamin use (y/n)."

Man kann natürlich noch kritisch hinterfragen, ob wichtige Einflussfaktoren auf die kognitive Leistung hier nicht berücksichtigt wurden. Sicher kann man auch die statistische Methodik prüfen, mit der das Ergebnis um Einfluss- und Störfaktoren korrigiert wurde, doch dies übersteigt zumindest meine Fähigkeiten.
Mit einem schnellen Blick auf das Abstract fällt mir also kein Mangel dieser Studie auf.
Zuletzt möchte ich jedoch weiter dazu aufmuntern, Studien kritisch zu hinterfragen, insbesondere im Bereich der Vitamin-D-Forschung, da hier eine durch dementsprechende Studienergebnisse erweiterte Substitutionsindikation, mit Sicherheit ein attraktives Ziel der Pharmaindustrie ist.

Also bitte weiter hinterfragen, aber auch genau hingucken... :o)
nachtigallfan
am Mittwoch, 30. Juni 2010, 12:46

Ist der Vitamin D-Spiegel bei älteren Leuten nicht eher Zeichen für das allgemeine körperliche Befinden?

Das ist für meine Begriffe eine Studie mit dem Ergebnis: Die Zahl der Geburten nimmt ab, weil sich die Zahl der Störche reduziert hat.
Warum kommt mir das so vor?

Leute, die im Alter noch fit sind, gehen nach draußen, bekommen also eine erklägliche Menge an Vitamin D durch die Sonnenstrahlung. Sie haben also einen höheren Vitamain D-Spiegel. Vielleicht legen sie ja auch noch Wert auf gutes und gesundes Essen.
Andere, nicht mehr so körperlich fitte, vielleicht sogar bettlägerige Mitbürger bekommen weniger Sonnenschein, bekommen meist nur passierte Kost oder zumindest keine so hochwertige Kost wie Leute, die selber darauf achtgeben können.
Und die Wissenschaftler dieser Studie machten, meinen wirklich, daß dies alles keinen Einfluß hat? Das man all dies einfach so ausblenden bzw. gar nicht berücksichtigen muß?

So wie bei der Studie, daß Wein-/Alkoholtrinker gesünder leben als Abstinente? Klar, wenn man für die Gruppe der Abstinenten trockene Alkoholiker wählt, sind die natürlich schon kränker durch ihre meist doch schon bestehende Alkoholschädigung als Leute, die in Maßen ab und an mal ein Glas trinken. Man hätte aber die Studie mit abstinenten, gesunden Leuten machen müssen.

Ebenso sollte man die obige Studie auch noch mal so machen, das man zu einer wirklichen Aussage kommt. Das ist mit obiger Studie, so wie sie präsentiert wird, nicht gegeben.

PS: Das ist mal wieder ein Beispiel für medizinische Studien! Aus diesem Grunde habe ich mich auch der Medizin abgewandt. Wissensdchaft ist für mich etwas ganz anders.
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