Die von nachtigallfan angemerkte Kritik ist meiner Meinung nach in weiten Teilen unberechtigt. Schon beim genauen Lesen des obigen Artikels fallen mir zwei Sätze ins Auge, die besagte Kritik entkräften:
1. "Die Studie bezog mehr als 1.000 Teilnehmer ein, die häusliche Pflege erhalten."
Es handelt sich also um ein pflegebedürftiges Kollektiv, d. h. Menschen, die Spaziergänge machen, sich im viel im Freien aufhalten und sich selbst mit Nahrung versorgen, gehören wohl weitgehend nicht dazu.
2. "Die Zusammenhänge blieben auch nach dem Anpassen weiterer Variablen, die sich auf die kognitiven Leistungen auswirken könnten, bestehen."
Hieraus lässt sich schließen, dass weitere Einflussfaktoren auf die kognitive Leistung gemessen und entweder als Störfaktoren ausgeschlossen oder im Ergebnis berücksichtigt wurden.
Mich hat nun interessiert, um welche Faktoren es sich hier handelt, und ich bin im Abstract der Originalarbeit fündig geworden:
"After adjusting for age, sex, race, body mass index, education, center, kidney function, seasonality, physical activity, and alcohol use, 25(OH)D was associated with better performance on trails A (β = –0.49, p < .03), trails B (β = –0.73, p < .02), digit symbol (β = 0.19, p < .001), matrix reasoning (β = 0.04, p < .02), and block design (β = 0.07, p < .04) tests. Associations remained after adjustment for homocysteine, apoE4 allele, plasma B vitamins, and multivitamin use (y/n)."
Man kann natürlich noch kritisch hinterfragen, ob wichtige Einflussfaktoren auf die kognitive Leistung hier nicht berücksichtigt wurden. Sicher kann man auch die statistische Methodik prüfen, mit der das Ergebnis um Einfluss- und Störfaktoren korrigiert wurde, doch dies übersteigt zumindest meine Fähigkeiten.
Mit einem schnellen Blick auf das Abstract fällt mir also kein Mangel dieser Studie auf.
Zuletzt möchte ich jedoch weiter dazu aufmuntern, Studien kritisch zu hinterfragen, insbesondere im Bereich der Vitamin-D-Forschung, da hier eine durch dementsprechende Studienergebnisse erweiterte Substitutionsindikation, mit Sicherheit ein attraktives Ziel der Pharmaindustrie ist.
Also bitte weiter hinterfragen, aber auch genau hingucken... :o)

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.