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| dpa |
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sprach von einer sehr guten Nachricht für all jene, die dringend auf ein Spenderorgan angewiesen seien. Ein EU-weit geltendes Qualitäts- und Sicherheitsniveau werde den Austausch von Organen zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern und die Zahl der verfügbaren Organe in der EU erhöhen. Deutschland sei es ein wichtiges Anliegen gewesen, dass die EU-Staaten die Richtlinie ausreichend flexibel umsetzen könnten. Sie trage den Besonderheiten des deutschen Gesundheitssystems Rechnung.
Die neue EU-Richtlinie sieht unter anderem vor, dass Organspenden nur „freiwillig und unentgeltlich“ erfolgen dürfen. Spenden von Lebenden sollen ebenfalls nicht mit finanziellen Anreizen für die Spender verbunden sein dürfen. Zudem sollen die Organe vom Spender bis zum Empfänger rückverfolgbar sein.
Die EU-Länder sollen weiter nationale Behörden einrichten, um Sicherheit und Qualität der Organspenden und Transplantationen zu gewährleisten. Ausdrücklich heißt es aber, dass auch andere Einrichtungen diese Funktion übernehmen können, wenn sie sich an die EU-Standards halten. Damit können auch selbstverwaltete Systeme wie in Deutschland weiterbestehen, wo die Deutsche Stiftung Organtransplantation die bundesweite Koordinierungsstelle für Organspende ist. Darauf hatte unter anderem die deutsche Bundesärztekammer gedrungen.
Mit Blick auf die im Gesundheitsausschuss des Europaparlaments strittige Frage, ob nur der Hirntod oder auch schon der Herztod Voraussetzung für eine Organentnahme sein können, heißt es in dem Kompromiss, dass der Tod gemäß den Vorschriften des jeweiligen EU-Staates festgestellt worden sein muss.
EU-weit warten rund 60.000 Menschen auf ein Organ. Jeden Tag sterben im Schnitt zwölf von ihnen, weil das benötigte Organ nicht verfügbar ist. Einheitlichere Vorschriften für Transplantationen und bessere Zusammenarbeit über Grenzen hinweg könnten Engpässe überbrücken und die Überlebenschancen der Patienten verbessern, meint der deutsche CDU-Europaparlamentarier und Arzt Peter Liese, der gesundheitspolitischer Sprecher der Europäischen Volkspartei im Europaparlament ist.
aerzteblatt.de |
Zwar können bessere Austauschmöglichkeiten zwischen den Staaten den generellen Mangel an Spenderorganen nicht beheben. Dennoch fordert die EU die Mitgliedstaaten auf, ein System für den Organaustausch über die nationalen Grenzen aufzubauen. Es käme insbesondere Notfall- und Problempatienten wie Kindern oder Patienten, die ein Organ mit ganz bestimmten Merkmalen benötigen, zugute.
Bislang gibt es in Europa lediglich zwei Verbundsysteme, in deren Rahmen grenzüberschreitend Transplantate bereitgestellt werden können. Deutschland, Österreich, die Beneluxstaaten sowie Kroatien und Slowenien arbeiten im Rahmen von Eurotransplant zusammen, die skandinavischen Staaten kooperieren im Scandiatransplant-Verbund.
Bei Eurotransplant werden immerhin 20 Prozent der transplantierten Organe außerhalb des Ursprungslandes eingesetzt, aber nur 2 Prozent aller dort gespendeten Organe verlassen den Verbund.
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