Sechs Prozent der Jugendlichen leiden unter Borderline
Donnerstag, 1. Juli 2010
Aachen – In Deutschland leiden etwa sechs Prozent der Jugendlichen unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Darauf verwies die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) heute auf der Eröffnung des 1. Internationalen Kongresses zur Borderline-Persönlichkeitsstörung in Berlin. An dem Kongress nehmen mehr als 1.500 Teilnehmer aus 40 Ländern teil.
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Borderline-Patienten leiden unter extremen Gefühlsschwankungen und Selbsthass. Viele fügen sich regelhaft Selbstverletzungen zu, quälen sich mit Selbstmordgedanken und nehmen Drogen, um sich zu beruhigen.
Forschungen zufolge berichten 60 Prozent der Betroffenen über schweren sexuellen Missbrauch in der Kindheit, insbesondere im engeren Familiensystem. Laut DGPPN ist die Borderline-Störung damit sicherlich die schwerwiegendste Folge von lang anhaltendem chronischen Missbrauch und Vernachlässigung.
Allerdings sei sexueller Missbrauch alleine keine ausreichende Erklärung für die Entwicklung dieser Störung, so die Fachgesellschaft. In der Regel kämen genetische Risikofaktoren hinzu. „Außerdem entwickeln immerhin 40 Prozent der Patienten die Störung, ohne dass sexueller Missbrauch in der Kindheit eine wesentliche Rolle spielt“, warnen die Experten vor einer Stigmatisierung.
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