Hausgeburt gefährlicher für den Säugling als für die Mutter
Montag, 12. Juli 2010
Portland – Die neonatale Mortalitätsrate ist für Kinder, die zuhause geboren werden, um etwa das Dreifache höher als bei Neugeborenen, die stationär entbunden werden. Das stellten Wissenschaftler des Maine Medical Centers unter der Leitung von Joseph Wax anhand einer Metaanalyse fest.
In der Studie, die im American Journal of Obstetrics & Gynecology (doi: 10.1016/j.ajog.2010.05.028) publiziert wurde, machen die Forscher vor allem die eingeschränkte medizinische Versorgung bei Hausgeburten dafür verantwortlich.
Die Autoren analysierten Studien über Vergleiche zwischen Heim- und Krankenhausentbindungen, die Informationen über die Morbidität und Mortalität sowohl des Kindes als auch der Mutter enthielten. Daraus errechneten sie, dass sich die Mortalitätsrate der zuhause entbundenen Kinder mit Fehlbildungen verdoppelte und die ohne Anomalien sogar verdreifachte.
Erstaunt waren die Wissenschaftler jedoch von den Auswirkungen auf die Mütter. Bei den Hausgeburten brauchten diese Frauen weniger Analgesie, litten weniger an Infektionen und hatten insgesamt ein geringeres Risiko geburtsbezogener Komplikationen.
„Diese Ergebnisse beweisen die Sicherheit von geplanten Hausgeburten für die Mütter“, so die Autoren der Studie, „bereiten jedoch auch Sorgen um die Neugeborenen“. Diese Erkenntnisse müssten nun in der Bevölkerung mehr Aufmerksamkeit erfahren, fordert Wax. © hil/aerzteblatt.de
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