Neuer Ansatz bei der Therapie des Glioblastoms
Dienstag, 6. Juli 2010
Göttingen – Ein neuer Fluoreszenzmarker macht es möglich, Tumorzellen eines Glioblastoms auch während einer Operation sichtbar zu machen. Den Chirurgen könnte so das vollständige Entfernen des Tumors erleichtert werden.
Ihre Methode stellten die Wissenschaftler um Donna Arndt-Jovin von dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen in der Zeitschrift PLoS ONE vor (doi: 10.1371/journal.pone.0011323).
Glioblastome bilden etwa 30 Prozent aller Gehirntumore bei Erwachsenen. Ihre Prognose ist abhängig von der operativen Entfernung. Je vollständiger der Tumor entfernt werden kann, desto besser ist die Überlebensrate des jeweiligen Patienten.
Die Forscher haben nun einen Fluoreszenzmarker entwickelt, der sich zum Nachweis der Mehrzahl von Gliomen eignet. „Wir machen uns dabei zunutze, dass in vielen Gliomen sogenannte Epidermale Wachstumsfaktor (EGF)-Rezeptoren vermehrt auftreten“, erklärte Arndt-Jovin.
Um die Tumorzelen sichtbar zu machen, koppelten die Wissenschaftler fluoreszierende Halbleiter-Nanopartikel (Quantum Dots) an Antikörper gegen den EGF-Rezeptor oder den Wachstumsfaktor selbst. Einzelne Tumorzellen ließen sich so von gesundem Gewebe unterscheiden.
Neurochirurgen sehen für den Fluoreszenzmarker einen möglichen praktischen Einsatz während der Operation hochgradig bösartiger Tumoren. Nach konventionellem Entfernen des Tumors können sie das Gewebe in der Umgebung mithilfe der Fluoreszenzsonde nach Resttumorzellen absuchen und Areale hoher Tumorzelldichte entfernen.
© hil/aerzteblatt.de
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