Berlin – 111 der bundesweit rund 150 Krankenhäuser und Universitätskliniken mit neurochirurgischen Intensivstationen nehmen am sogenannten Inhousekoordinationsprojekt der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) teil. Das von der DSO und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) im letzten Jahr gemeinsam verabschiedete Projekt soll die Organspendezahlen in Deutschland erhöhen.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) begrüßte die hohe Bereitschaft der Krankenhäuser, sich entsprechend ihrer gesetzlichen Verpflichtung zukünftig stärker für die Förderung der Organspende einzusetzen. „Jedes gespendete Organ bedeutet für einen von rund 12.000 Wartelisten-Patienten in Deutschland die Chance auf ein neues Leben“, erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz.
Das Pilotprojekt zur bundeseinheitlichen Inhousekoordination in großen Krankenhäusern sieht vor, dass ein fest definierter Krankenhausmitarbeiter die DSO über Organspender informiert. Zudem berichten diese Mitarbeiter der Koordinierungsstelle quartalsweise über die Organspendesituation in ihrer Einrichtung. Dies soll eine engere Verzahnung zwischen Krankenhäusern und DSO gewährleisten.
Angesichts rückläufiger Organspendezahlen machen sich auch die evangelischen Krankenhäuser mit Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für das Thema stark. So wirbt der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEVK) in Wartebereichen, Informationsmappen und an anderen geeigneten Stellen mit einem Brief dafür, sich mit dem Thema Organspende zu beschäftigen und gegebenenfalls einen Organspendeausweis auszufüllen. „Dabei haben wir darauf geachtet, weder Angst noch moralischen Druck zu erzeugen", so DEVK-Vorsitzender Manfred Witkowski.
Die Zahlen zu den Organspendern sind im internationalen Vergleich, aber auch zwischen den einzelnen Regionen in Deutschland sehr unterschiedlich. Insgesamt bewegt sich Deutschland laut DSO mit knapp 15 Spendern pro eine Million Einwohner innerhalb Europas im unteren Mittelfeld. Experten gehen davon aus, dass auch in Deutschland wesentlich mehr Organspenden möglich wären.
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