Stockholm – Ein Cotrimoxazol-Depot in der Sonde kann Infektionen nach Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) mindestens ebenso effektiv verhindern wie eine intravenöse Antibiotikaprophylaxe. Dies zeigt eine randomisierte kontrollierte Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 341: c3115).
Bei einem Drittel aller Patienten kommt es nach Platzieren einer PEG zu einer lokalen Infektion, die bei den häufig älteren und multimorbiden Patienten in der Regel schwer zu behandeln ist. Viele Ärzte führen deshalb routinemäßig eine periprozedurale Antibiotikatherapie durch, wobei Cephalosporine (der zweiten Generation) zu den bevorzugten Mitteln gehören.
Die Applikation erfolgt intravenös vor der Anlage des PEG. Sie ist nicht nur kostspielig und umständlich, sondern häufig auch überflüssig, wenn sich die Anlage einer PEG als unmöglich erweist, was bei jedem zehnten Patienten der Fall sein soll.
Einfacher und kostengünstiger könnte ein Antibiotika-Depot im PEG-Katheter sein. Da es erst nach Anlage der PEG erfolgt, würde eine unnötige Exposition des Patienten mit einem Antibiotikum vermieden, das die Bildung resistenter Keime fördert, schreiben John Blomberg vom Karolinska Institut in Stockholm und Mitarbeiter, die die Strategie in einer randomisierten kontrollierten Studie untersucht haben.
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Bei der Nachuntersuchung (7 bis 14 Tage nach der PEG-Platzierung) war es im Cefuroxim-Arm bei 11,9 Prozent der Patienten zu einer Wundinfektion gekommen gegenüber nur 8,6 Prozent der Patienten im Cotrimoxazol-Depot-Arm (Intention to treat-Analyse).
Auch in der Per Protocol-Analyse, die nur Patienten mit tatsächlicher Anlage der PEG einschließt, war die Rate der Lokalinfektionen im Cotrimoxazol-Depot-Arm tendenziell niedriger (10 vs. 13 Prozent). Die Ergebnisse zeigen nach Einschätzung der Autoren, dass der Cotrimoxazol-Depot-Arm mindestens gleichwertig ist (Non-Inferiorität) und deshalb bevorzugt eingesetzt werden könnte.
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