Eingeloggt als

Suchen in

6.844 News Medizin

Medizin

Genealogie: Jedem Dorf sein eigener genetischer Fingerabdruck

Dienstag, 6. Juli 2010

Edinburgh – Eine über viele Generationen geringere Mobilität hinterlässt Spuren im menschlichen Genom. In einer Studie im European Journal of Human Genetics (2010; doi: 10.1038/ejhg.2010.92) genügte ein einfacher Gentest, um die Herkunft von Dorfbewohnern zu bestimmen.

Was haben die regenreichen Inseln vor Schottland, abgelegene Dörfer in Kroatien und einsame Täler der italienischen Alpen gemeinsam? Richtig: Die Bevölkerung lebte bis in die jüngste Vergangenheit zurückgezogen mit wenig Kontakt zur Außenwelt. Man verheiratet sich bevorzugt mit Menschen aus dem gleichen Dorf oder der unmittelbaren Nachbarschaft.

Die Folge ist eine gewisse genetische Homogenität. Frühere Studien hatten gezeigt, dass von Dorf zu Dorf nicht nur feine Nuancen in Aussprache und Dialekt bestehen. Auch das Erbgut unterscheidet sich so sehr, dass Jim Wilson von der Universität Edinburgh und Mitarbeiter es wagten, die Herkunft einzelner Bewohner durch einen Gentest zu erraten.

Die Voraussetzungen der Wette waren sorgfältig gewählt. Bei den Studienteilnehmern mussten alle vier Großeltern aus ein und demselben Dorf stammen und dieses durfte nicht mehr als 8 bis 30 km von dem jetzigen Wohnort des Nachfahren entfernt sein. Wilson sollte die Wette gewinnen.

Bei den Bewohnern des italienischen Alpentals konnte er zu 100 Prozent die Herkunft vorhersagen, bei den schottischen Insulanern betrug die Trefferquote 96 Prozent und bei den kroatischen Dörflern 89 Prozent. Wilson wagt die Vorhersage, dass Städter zukünftig mithilfe eines Genprofils den Wohnort ihrer Vorfahren bestimmen lassen können. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
6.844 News Medizin

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

elbealsterbille
am Mittwoch, 7. Juli 2010, 09:54

Falsifizierungsversuche sind möglich und bieten sich an.

Textzitat: "Wilson wagt die Vorhersage, dass Städter zukünftig mithilfe eines Genprofils den Wohnort ihrer Vorfahren bestimmen lassen können."
Kommentar:
1. Ist das -ohne eine Differenzierung nach Geschlecht des Probanden- eine belastbare Aussage?
2. Ist versucht worden, diese Aussage "rückwärts" zu falsifizieren?
Durch die Verbreitung der Genealogie als seriös betriebenes Hobby sind inzwischen weltweit verstreut lebende Personen in großer Zahl bekannt, deren Vorfahren noch vor zweihundert Jahren in demselben Dorf lebten (und zwar nachvollziehbar seit mindestens weiteren 200 Jahren). Ob diese Personen dann wohl ein gleichartiges Genprofil haben würden? Oder wäre eher die hier berichtete Theorie falsifiziert?

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste