Eingeloggt als

Suchen in

2.930 News Ausland

Ausland

Europaparlament gegen Marktöffnung für Klonfleisch

Donnerstag, 8. Juli 2010

Straßburg – Das Europäische Parlament (EP) hat sich heute mit überwältigender Mehrheit für ein Verbot des Klonens von Tieren zur Lebensmittelproduktion ausgesprochen. Die EU-Parlamentarier gehen in dieser Frage damit deutlich auf Gegenposition zu den EU-Staaten und zur Europäischen Kommission. Der Ministerrat hatte sich im vergangenen Jahr darauf verständigt, Fleisch von geklonten Tieren in die so genannte Novel-Food-Verordnung einzubeziehen.

Peter Liese, Sprecher der größten Fraktion (EVP/Christdemokraten) im zuständigen Ausschuss für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des EP, begrüßte das Votum der Europaabgeordneten: „Die Menschen wollen kein Klonfleisch, daher ist ein eindeutiges Verbot nötig. Ausreichende Daten für eine verlässliche und abschließende Bewertung einer Gefährdung menschlicher Gesundheit durch den Verzehr von Klonfleisch liegen zudem nicht vor.“

Anzeige

„Das Ergebnis ist ein klares Signal an den Ministerrat“, betonte die SPD-Europaabgeordnete und Expertin für Gesundheits- und Verbraucherschutz Dagmar Roth-Behrendt. Erst kürzlich waren die Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat aufgrund der entgegen gesetzten Positionen gescheitert.

Eine rein lebensmittelrechtliche Betrachtung greife ferner zu kurz, so Liese weiter. „Die Technik des Klonens ist für die Tiere mit enormen Leiden verbunden. Nur bei neun bis fünfzehn Prozent der transplantierten Embryos kommt es überhaupt zur Geburt und bei der Geburt treten häufig Komplikationen auf. Viele der Tiere verenden im weiteren Lebensverlauf qualvoll, da die Tiere häufig an Herz- und Lungenkrankheiten oder an Immunschwächen leiden.“

Hinzu kämen ethische Aspekte, die gegen das Klonen von Tieren zu Nahrungsmittelzwecken sprechen. Sollte die Technik des Klonens von Tieren weiter perfektioniert werden, so werde langfristig auch das Klonen von Menschen ermöglicht und vereinfacht, so die Befürchtung von Martin Kastler (CSU), stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Bioethik der EVP-Fraktion. Albert Dess, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, wies zudem darauf hin, dass es in Europa keinen Anlass gebe, auf Fleisch geklonter Tiere zurückgreifen zu müssen, da die Versorgungslage in der EU ausreichend sei.

Die Europaparlamentarier beschlossen außerdem konkrete Zulassungsbedingungen von Nanomaterialen in Lebensmitteln. Diese dürfen künftig nur verwendet werden, wenn ihre Sicherheit nachgewiesen ist. Außerdem wurde eine Kennzeichnungspflicht für Nanomaterialien verabschiedet.

Ein weiterer Kernpunkt der Diskussionen war der Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen. Ein Antrag über eine eindeutige Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln, die von Tieren stammen, die mit gentechnisch veränderten Organismen gefüttert wurden, wurde jedoch abgelehnt. © ps/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
2.930 News Ausland

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste