Adipositas: Macht Bewegungsmangel Kinder wirklich dick?
Donnerstag, 8. Juli 2010
ddp
Plymouth – Eine prospektive Kohortenstudie in den Archives of Disease in Childhood (2010; doi: 10.1136/adc.2009.175927) stellt eine weit verbreitete Ansicht infrage, wonach die körperliche Inaktivität eine Ursache der Adipositas bei Kindern ist. Sie sei vielmehr eine Folge des Übergewichts, behaupten die britischen Forscher.
Anzeige
Die meisten Diäten, die (allein) auf eine Steigerung der körperlichen Aktivität setzen, scheitern. Durch Sport werde das Gewicht der Kinder in drei Jahren nur um durchschnittlich 90 Gramm gesenkt, schreiben Epidemiologen der Peninsula Medical School in Plymouth bezugnehmend auf eine Übersicht aus dem Jahr 2009.
Dies sei kein Wunder, da nicht der Bewegungsmangel am Anfang stehe, sondern Ernährungsfehler. Den Beleg liefert eine Auswertung der EarlyBird Diabetes Studie. Sie begleitet seit nunmehr 11 Jahren eine Gruppe von 200 Schulkindern.
Jedes Jahr werden die Kinder untersucht: Sie tragen dann jeweils eine Woche lang einen Aktigraphen, der alle körperlichen Bewegungen registriert. Eine Dual-Röntgen-Absorptiometrie misst die Körperfettmasse.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Adipositas zuerst kommt: Ein Anstieg der Körperfettmasse um 10 Prozent im Alter von 7 Jahren führte in den folgenden 3 Jahren zu 4 Minuten weniger körperlicher Bewegung pro Tag.
Das Ausmaß der körperlichen Aktivität im Alter von 7 Jahren wirkte sich dagegen nicht auf die spätere Entwicklung der Fettmasse aus. Nach Ansicht des Forscherteams um Terry Wilkin sollten die Anstrengungen deshalb primär auf eine Verbesserung der Ernährung zielen.
Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat darauf hingewiesen, dass Übergewicht in Europa und auch in Deutschland weiter ein großes Problem darstellt. „Dass wir die Lawine des...
Mannheim – Adipöse Kinder und Jugendliche können schon mit einem kurzzeitigen Trainingsprogramm ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduzieren. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für...
Berlin – Starkes Übergewicht erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, etwa um ein Drittel. „Übergewicht ist einer der konstantesten Risikofaktoren für Darmkrebs – in fast allen Studien zeigt sich...
Rochester – Die Injektion von Botulinumtoxin in die Muskulatur des Magenpförtners soll über eine verminderte Magenentleerung die Sättigung fördern und die Kalorienzufuhr senken. In einer...
Los Angeles – Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ist offenbar mit einem noch höheren Gesundheitsrisiko verbunden als bisher angenommen. Das meinen Wissenschaftler der Universität California in...
Berkeley – Zu den vielen gesundheitlichen Risiken einer Adipositas gehört auch eine erhöhte Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen. Dies geht aus einer Analyse von US-Unfallstatistiken...
St. Louis – Übergewicht verschlechtert die Prognose von nierentransplantierten Patienten und könnte sogar eine Kontraindikation für die Transplantation darstellen. Das ist das Ergebnis einer...
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
aus Bewegung und Ernährung. Wer Basketball spielt kann nicht auf der Couch sitzen und Chips fressen. Oder am Computer Coca-Cola trinken. Und nebenbei gehört vielleicht auch mal der Ernährungsindustrie gewaltig auf die Finger gehauen. Fruchtjughurts sind der blanke Zucker. Billiger Dreck teuer verkauft!!!
Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.