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TK-Chef Klusen: Arbeitgeber weiter an Gesundheitskosten beteiligen

Freitag, 9. Juli 2010

Frankfurt/Main – Der Chef der Techniker-Krankenkasse, Norbert Klusen, will auch künftig eine Beteiligung der Arbeitgeber an den Kostensteigerungen bei den gesetzlichen Krankenkassen. „Die Betriebe schätzen viel zu wenig, welchen Nutzen das Gesundheitssystem auch für sie hat“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“ vom Freitag.

Deswegen sollte man die Beteiligung der Arbeitgeber an den Gesundheitsausgaben wenigstens an konjunkturelle Parameter binden. „Wenn die Konjunktur gut läuft, wäre auch eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils zur gesetzlichen Krankenversicherung angemessen.“

Klusen erwartet, „dass die Zusatzbeiträge bis 2014 die Höhe von durchschnittlich 16 Euro übersteigen werden“. Damit würden auch mehr Menschen als prognostiziert Hilfe über den Sozialausgleich benötigen. „Eine Milliarde Euro aus Steuergeldern wird da vermutlich nicht reichen, das kostet mehr Geld.“

Seit vielen Jahrzehnten werde immer nur Rücksicht genommen auf die, die im System agierten: auf Ärzte, auf Krankenhäuser, auch auf Krankenkassen. „Wir wissen aber viel zu wenig über die Qualität der Versorgung. Wir müssen mehr in Versorgungsforschung investieren, und dann daraus die Konsequenzen ziehen“, sagte Klusen.

Zudem sprach sich der der TK-Chef für mehr Unabhängigkeit der Kassen vom Staat aus. Daher plädiere er für die Privatisierung der gesetzlichen Krankenversicherung als private Non-Profit-Unternehmen, zum Beispiel als Versicherungsvereine. „Aus der GKV soll aber keine PKV werden. Es darf keine Risikoprüfung vor der Aufnahme neuer Versicherter geben, und die Höhe der Beiträge darf sich auch nicht nach dem individuellen Krankheitsrisiko richten“, betonte Klusen. © ddp/aerzteblatt.de

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