Birmingham – Die Einbeziehung der Patienten in die Therapie kann die Kontrolle einer arteriellen Hypertonie verbessern. Dies zeigen die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie im Lancet (2010: doi: 10.1016/S0140- 6736(10)60964-6).
Im Telemonitoring and Self-Management of Hypertension Trial (TASMINH2) wurde die Hälfte der Patienten in die Therapie eingebunden. In zwei Schulungen lernten sie, wie sie ihr Blutdruckmessgerät bedienen und wie sie die gemessenen Werte per Modem an das Studienzentrum weiterleiten können.
Dies geschah über ein Modem, das mit dem Blutdruckmessgerät verbunden und wie ein Anrufbeantworter an eine herkömmliche Telefonbuchse angeschlossen war. Die Beteiligung der Patienten beschränkte sich allerdings nicht nur auf die Kontrolle der Blutdruckwerte.
Sie durften auch die Dosierung der Medikamente ändern. Dies geschah nach einem Plan, den die einzelnen Hypertoniker vorher mit ihrem Hausarzt erarbeitet hatten und den sie danach ohne weitere Rücksprachen umsetzten.
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Die Einbeziehung der Patienten war tatsächlich in der Lage, die Blutdruckkontrolle zu verbessern. Wie Richard McManus und Kollegen von der Universität Birmingham berichten, sank der mittlere systolische Blutdruck in der Gruppe mit eigenständiger Blutdruckkontrolle während der 6-monatigen Studiendauer um 12,9 mm Hg.
In der Kontrollgruppe, in der die Dosisanpassung in der Praxis des Hausarztes erfolgte, wurde der systolische Blutdruck nur um 9,2 mm Hg gesenkt. Nach 12 Monaten war der systolische Blutdruck in der Gruppe mit eigenständiger Blutdruckkontrolle um 17,6 mm Hg gesunken gegenüber einem Rückgang um 12,2 mm Hg in der Kontrollgruppe.
Die Häufigkeit der Nebenwirkungen war in beiden Gruppen gleich. Nur (ödematöse) Schwellungen an den Beinen traten in der Gruppe mit eigenständiger Therapie häufiger auf (32 vs. 22 Prozent). Für McManus belegt die Studie, dass Patienten mit einer unkomplizierten Hypertonie durchaus in die Therapie einbezogen werden können, er räumt allerdings ein, dass nicht alle Patienten dafür geeignet sind.
Wenn aber nur jeder fünfte Hypertoniker für die Mitarbeit motiviert werden könne, wären dies wegen der großen Prävalenz der Hypertonie etwa 4 Prozent der britischen Bevölkerung oder mehr als 2 Millionen Menschen, so McManus.
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