Große Köpfe widerstandsfähiger gegen Morbus Alzheimer
Dienstag, 13. Juli 2010
München – Menschen mit einem großen Kopfumfang haben im Alter offenbar größere kognitiven Reserven, wenn sie an einem Morbus Alzheimer erkranken, wie eine Untersuchung in Neurology (2010 75: 137-142) zeigt.
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Im Rahmen der Multi-Institutional Research in Alzheimer's Genetic Epidemiology oder MIRAGE-Studie war auch der Kopfumfang von 270 Patienten mit Alzheimerdemenz gemessen worden. Robert Perneczky von der Klinik für Psychiatrie am Klinikum rechts der Isar in München setzte die Kopfmaße mit den Resultaten der klinischen Demenztests in Beziehung.
Ergebnis: Die Alzheimer-Patienten mit den größten Köpfen hatten die geringsten Schwierigkeiten bei Denk- und Gedächtnistests – obwohl krankheitsbedingt eine vergleichbare Menge an Gehirnzellen abgestorben war.
Die Ergebnisse untermauern nach Ansicht von Perneczky die Theorie der Gehirnreserven, nach der es individuelle Unterschiede gibt, wie das Gehirn auf krankhafte Veränderungen reagiert. Die Kopfgröße ist sicherlich nur einer der zugrunde liegenden Faktoren – der aber modifizierbar sein könnte. Die Kopfgröße ist nämlich nicht allein angeboren.
Sie wird nach Einschätzungen der Experten auch durch die Bedingungen während der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit beeinflusst. Erst im Alter von sechs Jahre erreicht das Gehirn 93 Prozent der abschließenden Größe.
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