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Rheuma: Leberschäden durch Leflunomid

Mittwoch, 14. Juli 2010

Rockville – Die hepatischen Risiken des Rheumamedikaments Leflunomid werden von einigen behandelnden Ärzten offenbar weiterhin unterschätzt. Nach einer Reihe von zum Teil tödlichen Zwischenfällen hat die US-amerikanische Arzneibehörde FDA jetzt einen umrahmten Warnhinweis (boxed warning) für die Fachinformationen angeordnet.

Leflunomid (Arava®) wurde in Deutschland 1999 als Basistherapeutikum (disease modifying antirheumatic drug DMARD) eingeführt. Schon damals war klar, dass der Wirkstoff die Leber schädigen kann. Regelmäßige Labortests wurden für obligatorisch erklärt. Dennoch kam es immer wieder zu Zwischenfällen.

Die FDA sah sich 2003 veranlasst, eine fettgedruckte Warnung in die Fachinformation aufzunehmen. Doch die Berichte über Patienten, die unter der Therapie schwere Leberschäden bis hin zum Leberversagen erlitten, rissen nicht ab.

Zwischen August 2002 und Mai 2009 wurden der US-Behörde 49 Fälle gemeldet, von denen 36 Patienten hospitalisiert werden mussten, 14 Patienten starben am Leberversagen, weitere fünf benötigten eine Lebertransplantation und 9 schwebten zwischenzeitig in Lebensgefahr. Bei der Diagnose der Leberschädigung hatten 23 Patienten einen Ikterus, bei 11 bestand eine Koagulopathie, bei 5 Patienten eine Enzephalopathie. Andere Symptome der Leberschädigung waren Erbrechen, Hautausschläge oder Juckreiz, Bauchschmerzen oder Fieber.

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Nur siebzehn Patienten hatten vor Beginn der Therapie normale Leberwerte, obwohl der Beginn einer Leflunomid-Therapie bei ALT-werten über dem Zweifachen des oberen Grenzwertes kontraindiziert ist. Als riskant gilt auch die gleichzeitige Behandlung mit anderen potenziell hepatotoxischen Medikamenten.

46 der 49 Patienten hatten solche Wirkstoffe erhalten, darunter Methotrexat, TNF-alpha-Blocker, Hydroxychloroquin, Paracetamol, NSAID und Statine. Bei 14 Patienten lagen sogar präexistierende Lebererkrankungen (aktive oder chronische Hepatitis), und/oder ein Alkoholabusus in der Vorgeschichte vor, die ebenfalls die Hepatotoxizität von Leflunomid erhöhen.

Die FDA stellte in einer “boxed warning” klar, dass Patienten mit vorexistierenden Lebererkrankungen nicht mit Leflunomid behandelt werden sollten. Das gleiche gilt für Patienten mit erhöhten Leberwerten. Vorsicht sei angebracht bei Patienten, die bereits andere Wirkstoffe erhalten, die der Leber schaden können.

Die Leberenzyme sollten bei allen Patienten in den ersten drei Monaten monatlich kontrolliert werden (die deutsche Fachinformation fordert Kontrollen im Abstand von 2 Wochen in den ersten 6 Monaten, danach Kontrollen alle 8 Wochen). Erhöhte Leberwerte sollten zum Absetzen von Leflunomid führen. Die FDA rät in diesem Fall zu einer beschleunigten Elimination durch Colestryamin. © rme/aerzteblatt.de

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