Ausland

Europaabgeordneter fordert Verbot der PID

Donnerstag, 15. Juli 2010

Brüssel – Der CDU-Europapolitiker und gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament, Peter Liese, fordert den Deutschen Bundestag auf, so schnell wie möglich ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik zu erlassen.

Durch das Urteil des Bundesgerichtshofs zur generellen Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) sei eine dramatische Situation entstanden, so Liese. Eine PID garantiere weder ein gesundes Kind noch würden dadurch Abtreibung grundsätzlich vermieden. Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigten zudem, dass Begrenzung auf schwerwiegende Erkrankungen praktisch nicht möglich ist.

Der Bundesgerichtshof hatte in der vergangenen Woche einen Arzt frei gesprochen, der die PID in drei Fällen die angewandt hatte. Zur Begründung hieß es unter anderem, dass die PID nicht eindeutig verboten sei. „Wenn diese Begründung konsequent durchgeführt wird, ist jede Form der PID zulässig“, betont Liese.

Das Bundesverfassungsgericht habe indes mehrfach festgestellt, dass auch das ungeborene menschliche Leben zu schützen ist. „Untersuchungen im europäischen Ausland zeigen, dass bei Schwangerschaften, die nach einer PID entstanden sind, häufiger Abtreibungen aus medizinischer Indikation stattfinden als bei der Durchschnittsbevölkerung“, so der Europaabgeordnete.

Dies liege daran, dass nicht alle Defekte über die PID festgestellt werden könnten und dass die Eltern sich auf jeden Fall ein gesundes Kind wünschen und somit alle weiteren Möglichkeiten in Anspruch nähmen. © ps/aerzteblatt.de

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