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Künstliche Lungen aus dem Bioreaktor

Donnerstag, 15. Juli 2010

New Haven/Boston – US-Forschern ist es im Tiermodell gelungen, Lungenflügel von allen zellulären Elementen zu befreien und diese dann in einem Bioreaktor neu zu besiedeln.

Die meisten Organe bestehen aus einem bindegewebsartigen Grundgerüst, das mit funktionellen Zellen überzogen ist. Zu dem Grundgerüst zählen auch die Blutgefäße. Durch Lösungsmittel können die Epithelien und Endothelien entfernt werden.

Zurück bleibt dann eine Matrix, die wieder mit Zellen überzogen werden kann. Das Verfahren wäre für die Transplantationsmedizin interessant. Denn wenn es gelänge, die Organe mit den Zellen des Organempfängers zu besiedeln, blieben Abstoßungsreaktionen aus und die Patienten könnten auf die lebenslange Einnahme von Immunsuppressiva verzichten. Vor diesem Hintergrund ergeben die Experimente von US-Forschern einen Sinn.

Im Juni hatte die Gruppe um Laura Niklason von der Yale Universität in Science (2010; doi: 10.1126/science.1189345) als erste berichtet, dass sie die Lungen von Ratten erfolgreich neu besiedelte. Atemwege und Lungenarterien wurden mit Lösungen durchspült, welche Epithelien und Endothelien enthielten. Die Zellen blieben auf den Oberflächen haften und besiedelten diese komplett.

Am Ende wagten die Forscher eine Transplantation. Die Tiere überlebten zwei Stunden. Danach kam es zu Thrombosen, die Niklason auf Lücken in der Endothelauskleidung zurückführte.

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Die Versuchstiere von Harald Ott und Mitarbeitern des Massachusetts General Hospital in Boston überlebte 6 Stunden. Wie der Forscher in Nature Medicine (2010; doi:10.1038/nm.2193) berichtet, dauerte es nur 5 Tage bis das Lungengerüst neu besiedelt wurde. © rme/aerzteblatt.de

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