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Hausärzte kündigen weitere Proteste an

Montag, 19. Juli 2010

Berlin – Nach der Drohung mit Praxisschließungen kündigen die Hausärzte weitere Proteste gegen die Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) an. „Es wird ein sehr unruhiger Sommer“, hieß es am Freitag aus dem Deutschen Hausärzteverband. Der Unmut bei den Medizinern sei groß. Die bayerischen Hausärzte sagten indes eine Protestveranstaltung ab.

Teil des Protestplans ist das Konzept „Sicher ist sicher“. Dabei wollen die Hausärzte Patienten verstärkt zu Fachärzten überweisen oder zu Untersuchungen ins Krankenhaus schicken, bevor sie die Kranken weiter behandeln. Das dürfte zu deutlichen Mehrkosten führen.

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Die Mediziner wollen mit der Aktion demonstrativ auf ihre eigentliche Rolle als sparsame „Lotsen“ im Gesundheitssystem hinweisen. Die große Mehrheit der medizinischen Fälle könnten Hausärzte in ihrer Praxis lösen, hieß es im Verband. Nur ein geringer Teil müsse an Fachärzte weiter verwiesen werden. Ein funktionierendes Hausarztsystem helfe, Geld zu sparen. Gingen Patienten dagegen immer gleich zu Fachärzten, stiegen die Ausgaben.

Die Allgemeinmediziner verstehen Röslers Pläne als Angriff auf ihren Berufsstand. Neben Beitragserhöhungen plant der Minister Milliardeneinsparungen bei Ärzten, Krankenhäusern, Arzneimitteln und Krankenkassen, um die wachsenden Finanzlücken im Gesundheitssystem zu schließen. Auch bei den Hausärzten will Rösler die Vergütung begrenzen. Der Hausärzteverband sieht dadurch die medizinische Versorgung in Gefahr.

Vorübergehende Praxisschließungen, wie zuvor angedroht, stünden allerdings „am Ende der Eskalationsskala“, hieß es im Hausärzteverband. Solche Aktionen seien „frühestens im Herbst“ zu erwarten, wenn die Politik nicht einlenke.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen reagierte empört. Der Kampf um mehr Geld dürfe nicht zu Lasten der Patienten gehen, sagte Sprecher Florian Lanz, „nichts anderes ist es, wenn im Rahmen einer politischen Aktion Patienten nicht behandelt, sondern von Arzt zu Arzt weiter geschickt werden.“ Es sei „nur schwer vorstellbar“, dass Ärztevertreter dies wirklich vorhätten.

Die bayerischen Hausärzte verzichteten indes vorerst auf ihre geplanten Proteste gegen Änderungen bei den Hausarztverträgen. Eine für Mittwoch geplante Abstimmung über einen Ausstieg aus dem Vertragssystem wurde kurzfristig abgesagt. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Gesundheitsminister Markus Söder (beide CSU) hätten definitiv die Zusage gegeben, dass die abgeschlossenen Verträge bis zum Laufzeit-Ende fortbestünden, sagte Jürgen Büttner vom Bayerischen Hausärzteverband.

Die bayerischen Ärzte unterstützten aber weiterhin Kollegen aus anderen Bundesländern in ihrem Widerstand. Wegen des fehlenden Nachwuchses drohe die Hausarzt-Versorgung in wenigen Jahren völlig zu erlöschen, warnte Büttner.

Das Gesundheitsministerium in Berlin begrüßte die Entscheidung der bayerischen Ärzte. Die Koalition habe immer die Auffassung vertreten, dass bestehende Hausarztverträge Bestandsschutz hätten, betonte eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Neue Verträge sollen demnach künftig allerdings den Bedingungen im kollektiven System angepasst werden. © ddp/afp/aerzteblatt.de

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promisit
am Montag, 19. Juli 2010, 08:55

und die Patienten ?

und wieder einmal sind die Patienten, die tatsächlich den Hausarzt dringend benötigen, die Betroffenen.........

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