Bundesregierung lehnt Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch ab
Freitag, 16. Juli 2010
dpa
Berlin – Die Einführung einer Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch wird in der Bundesregierung derzeit nicht erwogen. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Freitag zu einem entsprechenden Vorstoß der Mittelstandsvereinigung der Union, es gebe in der Regierung „keinerlei Überlegungen dieser Art“.
Die schwarz-gelbe Koalition habe sich in ihrem Maßnahmenpaket zur Reform des Gesundheitswesens ganz bewusst entschieden, die Patienten nicht durch eine zusätzliche Praxisgebühr zu belasten.
Die Opposition kritisierte die Vorschläge: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem Sender N24, eine Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch treffe vor allem „alte und arme Menschen“. Lauterbach sprach sich für eine bessere Vorbeugung und Versorgung durch Hausärzte aus, um „überflüssige Behandlungen“ auszuschließen.
Die Unions-Mittelstandsvereinigung ziele darauf ab, die Gesundheitskosten weiter zu privatisieren, kritisierte die Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink. Schon die heutige Praxisgebühr sei kontraproduktiv, weil sie vor allem sozial Benachteiligte vom Arztbesuch abhalte.
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