Brisbane – Die Verkürzung der enteralen Resorptionsstrecke bei bariatrischen Operationen gefährdet nicht nur die Vitaminversorgung der operierten Patienten. Im Fall einer Schwangerschaft kann es zu schweren Schäden des Feten kommen.
Ophthalmologen der Universität Brisbane berichten im Journal of AAPOS (2010; 14; doi: 10.1016/j.jaapos.2010.01.015) über den Kasus einer Frau, die sieben Jahre nach einer biliopankreatischen Diversion schwanger wurde. Erst in der 9. Gestationswoche wurde ein extremer Mangel an den Vitaminen A, D und K sowie eine Eisenmangelanämie entdeckt.
Die Frau klagte zu diesem Zeitpunkt über eine schwere Nachtblindheit, eine bekannte Folge eines Vitamin A-Mangels. Trotz einer sofort eingeleiteten Substitution blieben die Vitamin A-Werte während der gesamten Schwangerschaft in einem kritischen Bereich. Beim Neugeborenen lag die Vitamin-A-Konzentration unter der Nachweisgrenze.
Wie befürchtet wurden bei dem Säugling schwere Fehlbildungen an beiden Augen festgestellt. Die pädiatrischen Ophthalmologen diagnostizierten eine Mikrophthalmie, ein Leukom sowie eine Hypoplasie des Nervus opticus, die eine schwere Beeinträchtigung der Sehstärke erwarten lassen.
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