Stuttgart – Die Wiederaufnahmequote bei stationären psychiatrischen Patienten ist in Deutschland sehr hoch. Darauf verweist die Techniker Krankenkasse (TK) aufgrund einer aktuellen Auswertung. Demnach wird jeder dritte Patient, der in Baden-Württemberg aus stationärer psychiatrischer oder psychosomatischer Behandlung entlassen wird, früher oder später wieder dort eingeliefert.
„Obwohl in ganz Deutschland die Wiederaufnahmequote sogar bei fast 50 Prozent liegt, ist dieser Drehtüreffekt für die Patienten und die Krankenkassen unbefriedigend – zumal wir die Gründe dafür nicht kennen“, sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, anlässlich einer Fachtagung der Kasse in Stuttgart. Die TK erhofft sich deshalb mehr Transparenz in der stationären Psychiatrie von der seit 1. Juli geltenden Vergütungsreform.
„Erstmals müssen die Kliniken den Krankenkassen den Schweregrad der Erkrankung nennen sowie die durchgeführten Therapien mitteilen“, so Vogt. Die Kliniken würden dann je nach Erkrankung und Therapie tagesbezogene Pauschalen erhalten. Bislang bekommt jede Einrichtung pro Patient einen ausgehandelten Pflegesatz pro Tag, unabhängig davon, wie schwer der Patient erkrankt ist und welche Therapien eingesetzt werden.
„Endlich wird es möglich sein, mehr Einblick zu bekommen, was mit den Patienten in den psychiatrischen Krankenhäusern tatsächlich gemacht wird“, erklärte Vogt.
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