Wien/Berlin – Der frühere US-Präsident Bill Clinton und der US-Milliardär Bill Gates haben bei der Welt-Aids-Konferenz in Wien einen wirkungsvolleren Einsatz von Hilfsgeldern angemahnt. Durch einen besseren Einsatz der internationalen Mittel könnten mehr HIV-Patienten gerettet werden, sagten beide am Montag. Das Bundesentwicklungsministerium wandte sich gegen Spekulationen, Berlin wolle seine Mittel im Kampf gegen Aids kürzen.
„In viel zu vielen Ländern geht viel zu viel Geld an zu viele Menschen, die zu zu vielen Treffen fahren und zu viele Flugzeuge nehmen, um zu viel technische Hilfe zu leisten", sagte Clinton, dessen gemeinnützige Stiftung sich für die Eindämmung des HI-Virus einsetzt.
Er forderte, die Pläne von Entwicklungsländern „direkt” zu unterstützen, anstatt internationalen Institutionen finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Zudem müssten zahlreiche afrikanische Regierungen von eigenen Investitionen in ihr Gesundheitssystem überzeugt werden, sagte der Ex-Staatschef bei der bis Freitag dauernden Konferenz.
Auch Microsoft-Gründer Gates, der mit seiner Frau Melinda eine wohltätige Stiftung leitet, sagte: „Wir können die Aids-Ressourcen zukünftig nicht in der gleichen Art und Weise einsetzen wie wir es heute tun.” Um den „größtmöglichen Nutzen” aus den Hilfsgeldern zu ziehen, müsse der Verringerung der HIV-Neuinfektionen wieder größere Bedeutung beigemessen werden. Gates rief zu mehr Investitionen in die Erforschung eines HIV-Impfstoffs sowie die Förderung von Präventionsmethoden wie etwa die Beschneidung bei Männern auf.
Die Entwicklungsorganisation One äußerte in Berlin die Befürchtung, die Bundesregierung wolle ihre Mittel für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria drastisch kürzen. "Das wäre eine Katastrophe für Kranke in den ärmeren Ländern", erklärte dazu Ärzte ohne Grenzen.
Ein Sprecher des Bundesentwicklungsministerium sagte der Nachrichtenagentur AFP auf Nachfrage, im Haushalt 2010 seien wie zugesagt 200 Millionen Euro für den Fonds eingeplant. Die gleiche Summe solle 2011 bereitgestellt werden, dem müsse der Bundestag aber noch zustimmen. Für die folgenden Jahre müsse der Beitrag noch festgelegt werden.
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