![]() |
| dpa |
Ohrgeräusche werden bei Befragungen von 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung angegeben. Ob ihre Prävalenz in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, ist jedoch nicht bekannt. Mit dem Gebrauch von Mobiltelefonen wurden sie von Wissenschaftlern bisher nicht in Verbindung gebracht.
Die von den Geräten emittierten Mikrowellen wirken jedoch auf Innenohr und Gleichgewichtsorgan, in denen der Entstehungsort des Tinnitus vermutet wird. Michael Kundi vom Institut für Psychologische Grundlagenforschung an der Universität Wien hat deshalb in einer Fall-Kontroll-Studie 100 Tinnitus-Patienten der gleichen Anzahl von Personen gleichen Alters und Geschlecht ohne Ohrgeräusche gegenüberstellt.
Es zeigte sich, dass Mobilfunknutzer zu 37 Prozent häufiger an einem Tinnitus leiden. Bei Personen, die länger als 10 Minuten am Tag mobil telefonieren, war das Risiko sogar um 71 Prozent erhöht. Für Personen, die bereits seit mehr als 4 Jahre mobiltelefonierten, war das Risiko sogar verdoppelt. Erst bei diesen Personen erreichte die Odds Ratio (1,95; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,00 bis 3,80) das Signifikanzniveau, das einen Zufall ausschließt.
zum Thema |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.