Münster – Die Medizinische Fakultät der Universität Münster koordiniert ein Verbundprojekt, dass die klinische Forschung und Patientenversorgung enger vernetzen soll. Ziel ist es, vorhandene Patientendaten für klinische Studien nutzbar zu machen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Modellvorhaben mit 426.000 Euro.
Laut Universität Münster scheitert rund jede dritte klinische Studie, bevor sie richtig begonnen hat, da die notwendige Zahl an Probanden nicht zustande kommt. „Was häufig fehlt, ist nicht etwa die Bereitschaft zur Teilnahme, sondern der Informationsfluss in Richtung der behandelnden Ärzte und damit der infrage kommenden Patienten“, erklärte Martin Dugas, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik und Biomathematik an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster.
Dabei liege die wichtigste Grundlage für die Suche in Form der Patientendaten bereits vor, denn in Krankenhaus-Informationssystemen (KIS) seien Routine-Informationen ohnehin gespeichert. „Qualität und Quantität von elektronisch verfügbaren Patientendaten haben in den letzten Jahren massiv zugenommen“, sagte Dugas.
Im Rahmen des Projektes sollen nun die KIS-Umgebungen der fünf Universitätskliniken in Erlangen, Heidelberg, Düsseldorf, Gießen und Münster einbezogen werden. „Zunächst werden die Informationssysteme analysiert, um herauszufinden, wie sie jeweils zur Identifikation von Studienpatienten genutzt werden können“, erklärte der Münsteraner Projektleiter. Am Ende des Projektes sollen Spezifikationen und Empfehlungen zum Einsatz der KIS-basierten Patientenrekrutierung stehen.
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