Trondheim/Norwegen – Die tägliche Zufuhr von Probiotika während der Schwangerschaft und in der Stillzeit hat in einer randomisierten Doppelblindstudie im British Journal of Dermatology (2010; doi: 10.1111/j.1365-2133.2010.09889.x) Häufigkeit und Schweregrad der atopischen Dermatitis in den ersten zwei Lebensjahren vermindert. Ein Einfluss auf Allergien oder Asthma war nicht erkennbar.
An der Studie beteiligten sich 415 Schwangere ohne Risikofaktoren, die die Bereitschaft signalisiert hatten, ihre Kinder zu stillen. Sie begannen in der 36. Schwangerschaftswoche täglich ein Glas Milch zu trinken, dem entweder ein Placebo oder eine Mischung probiotischer Bakterien (Lactobacillus rhamnosus GG, Lactobacillus acidophilus La-5 und Bifidobacterium animalis subsp. lactis Bb-12) zugesetzt war. Sie führten die Behandlung auch während der ersten drei Monate der Stillzeit fort. Am Ende des zweiten Lebensjahrs wurden 278 Kinder untersucht.
Wie Christian Kvikne Dotterud von der Universität Trondheim berichtet, senkte die probiotische Milch die Inzidenz einer atopischen Dermatitis („Neurodermitis”) um 49 Prozent (Odds Ratio 0,51; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,30-0,87). Auch der Schweregrad der atopischen Dermatitis wurde vermindert. Die erhoffte Prävention von Asthma-Erkrankungen verfehlte allerdings das Signifikanzniveau (Odds Ratio 0,68; 0,26-1,80) und die Häufigkeit atopischer Sensibilisierungen war sogar tendenziell erhöht (Odds Ratio 1,52; 0,74-3,14).
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