Berlin – Wissenschaftler sehen Überarbeitungsbedarf beim Bewertungssystem von Pflegeheimen. Forscher aus Berlin und Hamburg legten am Mittwoch einen Evaluierungsbericht zu den Pflegenoten vor und empfahlen darin eine Nachbesserung bei den Bewertungskriterien. Besonders relevante Bereiche wie die Ernährung und die medizinische Versorgung sollten nach Einschätzung der Wissenschaftler stärker gewichtet werden. Grundsätzlich kommen die Forscher aber zu dem Schluss, dass es derzeit keine Alternative zu dem bestehenden Schema gibt.
Für die rund 22 000 Pflegeeinrichtungen in Deutschland gibt es seit dem vergangenen Jahr ein einheitliches Benotungssystem. Auf der Basis der Pflegereform wurde ein Bewertungsschema eingeführt – „Pflege-TÜV“ oder „Pflegenoten“ genannt. Dies soll für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei der Qualität deutscher Altenheime sorgen. Die Überprüfung der Häuser begann im Juli 2009.
Bis Ende 2010 sollen alle Einrichtungen in Deutschland einmal geprüft sein. Mit der Einführung der Noten hatten sich die Beteiligten – unter anderem der GKV-Spitzenverband – darauf verständigt, das Schema wissenschaftlich untersuchen zu lassen.
Verbandsvorstand Gernot Kiefer wertete den vorliegenden Bericht als „gutes Signal“. Trotz des „unbestreitbaren Überarbeitungsbedarfs“ sei der eingeschlagene Weg richtig. „Wir wollen diesen Weg fortsetzen und dabei die Pflegenoten weiter entwickeln“, sagte er.
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