Minneapolis/Minnesota – Eine neuartige Insulinpumpe, die gleichzeitig kontinuierlich den Blutzucker-Spiegel misst, hat in einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2010; 363: 311-320) die Kontrolle des Blutzuckers bei Diabetikern verbessert.
Mobile Insulinpumpen (in einer für die Patienten akzeptablen Größe) stehen seit den 1990er Jahren zur Verfügung. Im Jahr 2005 wurde dann (in den USA) ein erstes Gerät zur kontinuierlichen Blutzuckermessung eingeführt. Der nächste Schritt ist die Integration von regelmäßiger Blutzuckermessung und Insulinabgabe. Die ersten Geräte verzichten (noch?) auf eine vollständige Integration mit einer computergesteuerten Abgabe des Insulins. Sie wäre technisch kein Problem, wird aber wegen der Gefahr einer tödlichen Hypoglykämie bei versehentlicher Überdosierung als zu riskant angesehen. Die Geräte zeigen den Patienten lediglich die aktuellen Blutzuckerwerte an und unterstützen ihn damit bei der Dosierung der Insuline. Die erste Studie der amerikanischen Juvenile Diabetes Research Foundation hatte vor zwei Jahren nur bei älteren Patienten eine Verbesserung der Blutzuckereinstellung zeigen können (NEJM 2008; 359: 1464-1476). Dort war der HBA1c-Wert von 7,6 Prozent um 0,55 Prozentpunkte gesenkt worden.
Die Ergebnisse der Sensor-Augmented Pump Therapy for A1C Reduction (STAR 3)-Studie fallen jetzt günstiger aus. An der Studie beteiligten sich 485 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 im Alter von sieben bis 70 Jahren (329 Erwachsene und 156 Kinder), die auf eine konventionelle Insulintherapie mit mehrmaligen täglichen Injektionen (also ohne Insulinpumpe) oder auf eine Insulinpumpe des Sponsors randomisiert wurden, das die Blutzuckerwerte anzeigt. Diese werden von einem Blutzuckersensor gemessen, den der Patient an einer anderen Stelle der Bauchhaut appliziert.
Wie Richard Bergenstal vom International Diabetes Center in Minneapolis/Minnesota und Mitarbeiter jetzt mitteilen, konnte der HbA1c -Wert durch die Sensor-augmentierte Pumpenbehandlung von 8,3 auf 7,5 Prozent verbessert werden, während der HbA1c -Wert in der Kontrollgruppe nur von 8,3 auf 8,1 Prozent sank. Die Rate schwerer Hypoglykämien war mit 13,31 vs. 13,48 pro 100 Personenjahren in beiden Gruppen gleich.
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