Bauernverband fordert Ende von Patenten auf Pflanzen und Tiere
Montag, 26. Juli 2010
Berlin – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat ein Ende der Patentvergabe auf Pflanzen und Tiere verlangt. In die Biopatentrichtlinien der Europäischen Union (EU) müsse ein entsprechendes Verbot aufgenommen werden, sagte Verbandspräsident Gerd Sonnleitner der in Landau erscheinenden „Rheinpfalz am Sonntag“.
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Er forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) auf, sich für eine derartige Änderung in Brüssel stark zu machen. Natürliche Ressourcen dürften nicht patentiert werden. „Ein Patent ist eindeutig ein Schutz für technische Entwicklungen“, sagte der Bauernpräsident.
Bei der Einbeziehung von biologischen Züchtungsverfahren würde die freie Verfügbarkeit von genetischen Ressourcen gefährdet. Doch wegen zunehmender Herausforderungen an die Lebensmittelproduktion aufgrund von Klimawandel und wachsender Weltbevölkerung sowie dem steigenden Bedarf an Bioenergie und nachwachsenden Rohstoffen sei es erforderlich, dass die Landwirte aus dem weltweiten Genpool schöpfen könnten. Ansonsten bestehe die Gefahr, „dass am Ende internationale Konzerne das Sagen in der Tier- und Pflanzenzucht haben“, warnte der Verbandschef.
Das Europäische Patentamt (EPA) prüft derzeit zwei umstrittene Patente auf bestimmte Zuchtverfahren für Brokkoli und Tomaten. Kritiker fürchten durch die Patentierung von Pflanzen eine Gefährdung der biologischen Vielfalt und steigende Preise. Eine Entscheidung über die Zulässigkeit der umstrittenen Patente soll am Jahresende fallen.
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