Mediziner Nagel gegen assistierten Suizid
Mittwoch, 28. Juli 2010
Hamburg – Der Augsburger Mediziner Eckhard Nagel hat sich gegen den sogenannten assistierten Suizid ausgesprochen. In einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ warnte das Mitglied des Nationalen Ethikrats vor einem Dammbruch bei einer Zulassung. Wer ärztliche Sterbehilfe toleriere, der riskiere damit, dass auch ein Missbrauch dieser Hilfe intuitiv akzeptiert werde, so Nagel.
Bei einer Zulassung befürchte er weitreichende Konsequenzen, so der Mediziner und Philosoph. „Wenn sich Menschen nicht mehr darauf verlassen können, dass ärztliche Handlungen ausschließlich zum Schutz ihres Daseins durchgeführt werden, bricht die Vertrauensbasis zwischen Ärzteschaft und Gesellschaft“, schreibt Nagel.
Er widerspricht damit dem Berliner Notfallmediziner Michael de Ridder, der sich in der vergangenen Woche für den ärztlich assistierten Suizid als Ausnahmeform ärztlicher Hilfe ausgesprochen hatte.
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Das Recht des Patienten auf Autonomie, wie de Ridder es betont hatte, lässt Nagel nur beschränkt gelten. „Auch heute erkennen Menschen an, dass es moralische Pflichten gegen sich selbst gibt, die der Selbstbestimmung Grenzen setzen“, meint der Mediziner.
Zu diesen Pflichten gehörten die „Ehrfurcht vor dem eigenen Leben“ und die „Akzeptanz des Nichterklärbaren“, so Nagel, der auch dem Präsidium des Evangelischen Kirchentags angehört. © kna/aerzteblatt.de
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