Hamburg – Der Augsburger Mediziner Eckhard Nagel hat sich gegen den sogenannten assistierten Suizid ausgesprochen. In einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ warnte das Mitglied des Nationalen Ethikrats vor einem Dammbruch bei einer Zulassung. Wer ärztliche Sterbehilfe toleriere, der riskiere damit, dass auch ein Missbrauch dieser Hilfe intuitiv akzeptiert werde, so Nagel.
Bei einer Zulassung befürchte er weitreichende Konsequenzen, so der Mediziner und Philosoph. „Wenn sich Menschen nicht mehr darauf verlassen können, dass ärztliche Handlungen ausschließlich zum Schutz ihres Daseins durchgeführt werden, bricht die Vertrauensbasis zwischen Ärzteschaft und Gesellschaft“, schreibt Nagel.
Er widerspricht damit dem Berliner Notfallmediziner Michael de Ridder, der sich in der vergangenen Woche für den ärztlich assistierten Suizid als Ausnahmeform ärztlicher Hilfe ausgesprochen hatte.
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Zu diesen Pflichten gehörten die „Ehrfurcht vor dem eigenen Leben“ und die „Akzeptanz des Nichterklärbaren“, so Nagel, der auch dem Präsidium des Evangelischen Kirchentags angehört.
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