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Kinder- und Jugendärzte kritisierten Hausarztmodell

Montag, 2. August 2010

Osnabrück – Heftige Kritik am Hausarztmodell haben die Kinder- und Jugendärzte geübt. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag sagte Verbandspräsident Wolfram Hartmann, das Modell sei für die Krankenkassen teuer. Eine bessere Versorgung lasse sich jedoch nicht nachweisen.

In Bayern seien Eltern zudem von Hausärzten unter Druck gesetzt worden, ihre Kinder in Hausarztverträge einzuschreiben. Der Vertrag sei für einen Hausarzt attraktiv, weil er dann eine kontaktunabhängige Pauschale von bis zu 65 Euro im Jahr erhalte, ohne dass er den jungen Patienten überhaupt sehe. Hausärzte gingen mit der Behauptung vor, „sonst komme ich nicht mehr zur Oma“.

Bei der kontaktunabhängigen Pauschale würden Leistungen vergütet, „die keine sind“, kritisierte Hartmann. Dies führe zu unnötigen Ausgaben in Millionenhöhe. „Wir wissen, dass zum Beispiel in Bayern mehr als 200.000 Kinder in Hausarztverträge eingeschrieben sind, oft bei Ärzten, die Kinder sonst nicht komplett betreuen.“ Die Pauschale dürfe nur dann gezahlt werden, wenn der Arzt den Patienten wirklich umfassend ärztlich versorge.

Hartmann sagte, die meisten Eltern gingen mit ihren Kindern weiterhin zum Kinder- und Jugendarzt, so zu Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, bei chronischen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen.

Diese Leistungen müssten die Krankenkassen zusätzlich vergüten. Noch teurer werde es, wenn Eltern gelegentlich mit Akuterkrankungen den Hausarzt aufsuchten. Dieser erhalte dann neben der kontaktunabhängigen Pauschale auch eine kontaktabhängige Pauschale. © ddp/aerzteblatt.de

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