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Naltrexon/Bupropion-Kombination hilft gegen Adipositas

Montag, 2. August 2010

Baton Rouge – Eine Kombination aus dem Antidepressivum Bupropion und dem Opiat-Antagonisten Naltrexon hat in einer Phase-III-Studie (Lancet 2010; 376: 10.1016/S0140-6736(10)60888-4) das Körpergewicht bei Adipösen um 5 Prozent gesenkt. Der Hersteller hofft auf eine Zulassung.

Die Therapie kombiniert im gewissen Sinne die Nebenwirkungen zweier bereits zugelassener Wirkstoffe. Bupropion wurde im Jahr 2000 zur Behandlung von Depressionen eingeführt. Das in den 1960er Jahren synthetisierte Naltrexon wird seit den 90er Jahren zur unterstützenden Behandlung der Alkoholabhängigkeit verordnet.

Die beiden Medikamente sollen komplementär einmal auf das Hungerzentrum im Hypothalamus wirken und außerdem im Belohnungssystem den Antrieb zur vermehrten Nahrungsaufnahme hemmen.

Der Hersteller Orexigen aus La Jolla in Kalifornien hat ein klinisches Entwicklungsprogramm (COR) mit vier Studien durchgeführt – darunter zwei an Patienten mit Übergewicht infolge Depressionen und einer bei Diabetiker.

Die Ergebnisse einer der beiden anderen Studien an Patienten mit Adipositas (BMI 30-45 kg/m2 oder BMI 27-45 mit unkontrollierter Hypertonie oder Dyslipoproteinämie als zusätzlichem Risiko) liegen jetzt vor.

Wie Frank Greenway vom Pennington Biomedical Research in Baton Rouge und Mitarbeiter berichten, konnte nur ein Drittel der Patienten eine Gewichtsabnahme von 10 Prozent oder mehr erzielen. Und dies auch nur in der höheren Dosierung von täglich 32 mg Naltrexon in einer retardierten Wirkstofffreisetzung plus 360 mg Bupropion. Vor der Studie wogen die Probanden im Mittel 100 kg nach der Studie waren es 6,1 kg weniger.

Mehr als ein Viertel der Patienten litt für diese Gewichtsreduktion unter Übelkeit (Placebo 5 Prozent). Kopfschmerzen, Verstopfung, Schwindel, Erbrechen und Mundtrockenheit wurden ebenfalls häufiger als in der Placebo-Gruppe beobachtet. Auch wenn die meisten Nebenwirkungen als mild bis moderat eingestuft wurden und zudem nur vorübergehend eintraten, war die Abbrecherrate mit etwa der Hälfte doch sehr hoch.

Immerhin kam es unter der Therapie zu einer gewissen Besserung von Blutzucker, Blutfetten und Blutdruck. Viele Patienten sollen berichtet haben, dass die Therapie ihnen vor allem bei Heißhungerattacken bei der Essenskontrolle geholfen habe.

Im Juni hatte der Hersteller auf der Jahrestagung der American Diabetes Association in Orlando die Ergebnisse zu den Studien COR-BMOD (bei Depressionen) und COR-Diabetes (bei Diabetikern) publiziert. Neben der Gewichtsabnahme wurde eine Besserung der Montgomery-Asberg Depression Rating Scale (MADRS) beziehungsweise des HbA1c-Wertes erzielt.

Ob dies für eine Zulassung ausreicht, wird sich auf einer Gutachtertagung zeigen, zu der die FDA für den 7. Dezember 2010 geladen hat. Eine endgültige Entscheidung soll Anfang Januar bekannt gegeben werden. © rme/aerzteblatt.de

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