Blasenkrebs: N-Nitroso-Verbindungen in rotem Fleisch als Auslöser
Montag, 2. August 2010
Rockville – Das mit dem hohen Konsum von rotem Fleisch erhöhte Blasenkrebsrisiko ist einer prospektiven Beobachtungsstudie in Cancer (2010; doi: 10.1002/cncr.25463) zufolge auf den Zusatz von Nitraten und Nitriten zurückzuführen.
Der Verzehr von rotem und vor allem dem industriell verarbeitetem Fleischwaren (zum Beispiel Würste oder Hamburger) ist in den vergangene Jahren immer wieder mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht worden.
Tierexperimentelle Studien verweisen auf heterozyklische Amine (HCA) oder N-Nitroso-Verbindungen als mögliche Auslöser. HCA sind Karzinogene. Sie entstehen beim Erhitzen aus Aminosäuren und Kreatinin, das übrigens auch in anderen Fleischsorten und Fisch enthalten ist.
N-Nitroso-Verbindungen können ebenfalls Krebs auslösen. Sie bilden sich unter der Einwirkung von Nitraten und Nitriten, die vor allem Würsten als Lebensmittelzusatzstoffe zugesetzt werden.
Es erscheint plausibel, dass HCA und N-Nitroso-Verbindungen auch beim Menschen Krebs auslösen können. Ob dies der Fall ist, kann in prospektiven Beobachtungsstudien untersucht werden.
Zu den größten derartigen Analysen zählt – neben der europäischen EPIC-Studie – die US-amerikanische „NIH-AARP Diet and Health Study“. Etwa 300.000 Amerikaner im Alter von 51 bis 70 Jahren hatten in den Jahren 1995/96 detaillierte Fragebögen zu Lebensstil und Ernährung ausgefüllt. 854 Teilnehmer sind in den folgenden sieben Jahren an Blasenkrebs erkrankt.
Die Analyse von Amanda Cross vom National Cancer Institute zeigt nun, dass Personen mit der höchsten Zufuhr (oberstes vs. unterstes Quintil) von Nitriten – in allen Nahrungsmitteln, nicht nur rotem Fleisch – ein um 28 Prozent erhöhtes Blasenkrebsrisiko haben (Hazard Ratio HR 1,28; 95-Prozent-Konfidenzintervall).
Ein ähnliches Risiko wurde für die hohe Zufuhr von Nitraten plus Nitriten in verarbeiteten Fleischwaren gefunden (HR 1,29; 1,00-1,67). Für die Zufuhr von HCA war das Risiko nicht signifikant erhöht (HR 1,19; 0,95-1,48). Die Ergebnisse könnten das in früheren Studien gefundene erhöhte Blasenkrebsrisiko beim Menschen mit einem erhöhtem Fleischkonsum erklären, schreibt die Autorin.
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