Berlin – Das Kompetenznetz Diabetes mellitus und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) warnen vor Stammzelltherapien zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2. Eine Wirksamkeit der Behandlung ist nach Einschätzung der Experten wissenschaftlich nicht belegt.
Die Patienten würden durch hohe Kosten belastet. Eine Schädigung der Gesundheit durch Nebenwirkungen sei nicht auszuschließen, erklärten die Gesellschaften in einem offenen Brief an die Bezirksregierung Köln.
„Anlass ist eine durch die Bezirksregierung Köln erteilte Genehmigung für die Entnahme von Knochenmark und eine Freigabe von Stammzellpräparaten zur autologen Anwendung bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern“, erklärt Anette-Gabriele Ziegler, Sprecherin des Kompetenznetzes Diabetes mellitus.
Nach erfolgreichen tierexperimentellen Studien sei diese Behandlungsform zwar ein vielversprechender Ansatz, um zukünftig Diabetes mellitus zu heilen. „Derzeit gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Patienten von einer solchen Therapie profitieren“, kritisiert DDG-Präsident Thomas Danne.
Solange Nutzen und Risiken der neuen Stammzelltherapie nicht bekannt seien, sollte sie nur im Rahmen von klinischen Studien erfolgen.
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