Frankfurt – Die Thrombose-Initiative setzt sich für die Einführung eines bundesweiten Thrombose- und Lungenembolieregisters ein. Anlass dafür sei die dürftige Datenlage zu thromboembolischen Erkrankungen.
„Wir wissen einerseits zu wenig über die Häufigkeit und die Umstände des Auftretens von Thrombosen und Lungenembolien in Deutschland und haben andererseits zu wenig Kenntnis vom tatsächlichen Nutzen der verfügbaren und zu erwartenden Arzneimittel“, sagte Knut Kröger von der Thrombose-Initiative.
Aus der Statistik der Diagnosis Related Groups (DRG) und aus Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ließen sich zwar einige Trends ableiten, die genauen Zusammenhänge seien jedoch nur durch ein langfristig angelegtes, bevölkerungsbasiertes Thrombose- und Lungenembolieregister zu ermitteln.
Die Kosten der akuten Behandlung der Lungenembolie in Deutschland schätzt die Initiative auf rund 640 Millionen Euro pro Jahr. Sie erwartet eine weitere Zunahme der Fälle, weil die Bevölkerung altert, die Patienten früher aus dem Krankenhaus entlassen und die Behandlungskonzepte immer komplexer würden.
„Gerade im ambulanten Bereich ist die Thromboseprophylaxe jedoch noch sehr unzureichend verankert“, kritisierte Kröger. Vor diesem Hintergrund sei die zu erwartende Einführung neuer oraler Antikoagulantien kritisch zu sehen.
„Nur wenn es gelingt, eine belastbare Datenlage zu schaffen, die eine klare Risiko-Nutzen-Bewertung zulässt, kann sich die Versorgungslage verbessern“, so Kröger. Sonst sei nicht sichergestellt, dass die richtigen Patienten die richtige Prophylaxemaßnahme erhielten.
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