Ambulante Palliativversorgung in Deutschland noch lückenhaft
Dienstag, 3. August 2010
dpa
Augsburg – Eine ambulante Palliativversorgung ist in Deutschland bislang noch nicht flächendeckend in gleich hoher Qualität verfügbar. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Augsburg zusammen mit dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und der Deutschen Krebshilfe. Demnach fehlen gerade in ländlichen Gebieten entsprechende Angebote.
„Obwohl prinzipiell jeder Sterbende Anspruch auf eine palliativmedizinische Betreuung hat, kann diesem Anspruch in der Praxis noch nicht überall Rechnung getragen werden“, erklärte Werner Schneider, Soziologe an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg.
Vor allem in ländlichen Gebieten sei es oft nicht möglich, Schwerstkranken ein Sterben zuhause zu ermöglichen. Dies liege einerseits an der Organisation der Dienste, zum anderen an fehlender Infrastruktur auf dem Land. „Gerade dort gibt es weit mehr rein ehrenamtlich organisierte Dienste, die nicht auf eine Infrastruktur wie in der Stadt zurückgreifen können“, so Schneider.
Die Strukturen für die ambulante Palliativarbeit müssten dringend weiter ausgebaut werden, denn die Möglichkeiten, Menschen ein Sterben zuhause zu ermöglichen, seien noch längst nicht ausgeschöpft, sagte der Wissenschaftler.
Darüber hinaus ermittelte die Studie, dass die meisten Menschen nur recht diffuse Vorstellungen von dem haben, was ein Hospiz ist und was ambulante Palliativdienste anbieten. „In den Köpfen vieler Menschen ist das Wort ‚Hospiz’ immer noch gleichgesetzt mit ‚in Kürze sterben’“, erklärte Schneider.
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